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420 Einwände zum Bahn-Ausbau

Von Etwas mehr als 420 Anwohner haben Einwendungen gegen den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn gemacht. In den kommenden Wochen melden sich auch noch die Kommunen zu Wort. Heute diskutieren die Politiker in Karben darüber.
Zweigleisige Main-Weser-Bahn zwischen Groß-Karben und Okarben: Diese alten Gleise soll die S-Bahn künftig exklusiv benutzen.	Foto: Pfeiffer-Goldmann Zweigleisige Main-Weser-Bahn zwischen Groß-Karben und Okarben: Diese alten Gleise soll die S-Bahn künftig exklusiv benutzen. Foto: Pfeiffer-Goldmann

Knapp eine Woche ist es her, dass die Frist für Einwendungen gegen die Planung zum viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn ablief. In allen Kommunen an der Ausbaustrecke zwischen Bad Vilbel und Friedberg konnten Bürger ihre Einwände einreichen, ebenso im Darmstädter Regierungspräsidium (RP).

Dort liegen nun gesammelte Einwendungen vor – und 320 seien eingegangen, berichtet RP-Sprecher Gerhard Müller. Darin seien lediglich jene aus Karben noch nicht enthalten. Im dortigen Rathaus hat Stadt- und Verkehrsplaner Ekkehart Böing "knapp über 100" Einwendungen gezählt. "Sie gehen in diesen Tagen ebenfalls nach Darmstadt raus."

2001: 1000-mal Widerspruch

Die Gesamtzahl der Einwendungen sei zwar höher, viele aber seien inhaltsgleich oder mehrfach eingereicht worden, berichtet Böing, "wohl zur Sicherheit". In dieser Zahl sind auch die Einwendungen enthalten, die das Aktionsbündnis "Bahn-Ausbau nur anwohnerkonform naturverträglich erschütterungsfrei" vergangene Woche zentral in Karbens Rathaus übergeben habe.


Die Zahl von insgesamt etwas mehr als 420 Einwendungen für die 17 Kilometer lange Ausbaustrecke liegt deutlich unter der Zahl von vor zehn Jahren: Für den ersten, nur 13,5 Kilometer langen Ausbauabschnitt zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel hatten Mitte 2001 rund 1000 Bürger Einwendungen eingereicht. "Nachdem die Planung schon zweimal geändert worden war", erinnert RP-Sprecher Müller – und zwar im Sinne der Anwohner.

In einer Info-Veranstaltung vergangener Woche hatte ein unabhängiger Gutachter Detailkritik an den Bahn-Plänen vorgebracht, die Gesamtplanung aber als korrekt bewertet – und auf die enormen Vorteile hingewiesen, weil es durch den Lärmschutz für ganze Ortslagen erheblich leiser werde (die FNP berichtete).

Das RP, wo das Genehmigungsverfahren läuft, wird die Einwendungen der DB Netze als Planerin zuleiten. Nach den Bürgern haben nun andere Betroffene wie Umweltverbände oder Energieversorger bis Ende Oktober Zeit, ihre Kritik einzureichen – im Fall der Stadt Karben gar bis Mitte November, weil das Parlament erst am 7. November entscheiden kann.

Erster Zug soll 2018 rollen

"Jeder Einwender bekommt eine Stellungnahme, in der wir auf seine Einwendung eingehen", verspricht Norbert Wolf von DB Netze. Das sehen die Regelungen vor. Bis Weihnachten wolle die Bahn die Einwendungen durchgearbeitet haben. Fürs Frühjahr rechnet er damit, dass das RP zu Erörterungsterminen einlädt.

Unklar ist noch, ob das an zentraler Stelle oder in jedem Ort geschieht. Dort sollen sich Planer und Einwender möglichst auf Kompromisse einigen – oder die Planer erklären, warum ihre Vorschläge richtig sind. Komme dann Ende 2012 die Baugenehmigung, "und wenn nicht geklagt wird", könne die Bahn 2014 mit dem Bau beginnen, hofft Klaus Diel von der DB Netz AG.

2018 könnte dann die erste S 6 auf eigenen Gleisen rollen. Der Zeitplan, räumt Diel ein, sei "sportlich".

Über die Einwendungen der Stadt Karben berät heute (Mittwoch) der Planungsausschuss: 19.30 Uhr, Bürgerzentrum

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