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Alle wollen weniger Lärm

Nach Bad Vilbel und Karben fordern auch Friedberg und Wöllstadt Nachbesserungen beim Lärmschutz. Wenn die S 6 zwei eigene Gleise erhält, müssten die Anwohner besser als bisher von der Bahn geplant geschützt werden. Trotzdem stehen alle Politiker zum Ausbau.
Anwohner in Nieder-Wöllstadt (hier der Bahnhof), Bruchenbrücken und Friedberg sollen besser vor Bahnlärm geschützt werden. Foto: dpg Anwohner in Nieder-Wöllstadt (hier der Bahnhof), Bruchenbrücken und Friedberg sollen besser vor Bahnlärm geschützt werden. Foto: dpg

Eine solche Einigkeit ist wirklich selten: Entlang der 17 Kilometer langen Ausbaustrecke zwischen Bad Vilbel und Friedberg sprechen sich die Politiker unisono für den Ausbau der S-Bahnlinie 6 aus. Nach Bad Vilbel und Karben deutet sich diese Einigkeit auch in Wöllstadt und Friedberg an.

So hoben sich im Bauausschuss der Kreisstadt am Montagabend die Hände aller Verkehrspolitiker in einer Probeabstimmung. In ihren Einwendungen will die Stadt aber einige Nachbesserungen fordern:

⋅ Auf der östlichen, der Fauerbacher Seite will die Bahn bisher keine 1940 Meter lange Wand bauen, weil "nur" 156 von 210 Wohnungen geschützt werden könnten.

Wohngebiet vergessen

Das rechtfertige den Bau durchaus sagen die Friedberger – zumal die Bahn vergessen habe, das Wohngebiets auf dem Areal der früheren Zuckerfabrik zu berücksichtigen. Das müsse noch in die Pläne aufgenommen werden, erklärt Friedbergs Bauamtsleiter Werner Braam.

⋅ Auf der westlichen Seite soll die 600 Meter lange Lärmschutzwand statt bis zur Jet-Tankstelle bis zum Bahnhof reichen. Zudem soll die Wand auch außen lärmabsorbierend gebaut werden, damit der Lärm der Straße nicht in die Wohngebiete zurückgeworfen wird.

⋅ In Bruchenbrücken soll die Innenwand zwischen neuen und alten Gleisen fünf statt vier Meter hoch werden – damit die bisher 2,50 Meter hohe Wand zur Bebauung hin niedriger ausfallen kann. Auf den dortigen Gleisen soll künftig die relativ leise S-Bahn fahren.

Auf der Ostseite des Bahnhofs soll es noch mehr Lärmschutz geben: Die Planung der Bahn endet nämlich am Beginn der Bahnsteige. Im Bahnhof sollen "nur" die Bahnsteige erneuert werden. "Die Belastung endet dort ja nicht", sagt Grünen-Fraktionschef Horst Weitzel. Also müsse die Planungsgrenze ans Nordende der Bahnsteige reichen – was zu Extra-Lärmschutz führt.


Um fünf Dezibel soll die Bahn auch den Lärm in nahezu ganz Nieder-Wöllstadt noch drücken. Den größten Teil des Ortes hat sie nämlich als Mischgebiet eingestuft – überall dort, wo es keinen Bebauungsplan gibt. "Das betrifft das Gros der Bebauung vor 1974", sagt Bürgermeister Alfons Götz (CDU).

Erst Wöllstadts Umgehung

"Und das sind in der Mehrzahl reine Wohngebiete." Folge: Die Bahn müsste um fünf Dezibel niedrigere Grenzwerte erreichen – also beim Lärmschutz einige Schippen drauflegen. "Wie sie das schafft, muss die Bahn berechnen."

Einen "städtebaulich verträglichen Vorschlag" fordern die Wöllstädter für die Gestaltung der Brücke über die Friedberger Straße samt Lärmschutzwände darauf von der Bahn. Während der Neubauten dieser Brücke und der am südlichen Ortsende seien keinesfalls einspurige Ampelregelungen möglich, warnt Götz. "Eigentlich muss die Ortsumgehung fertig sein, alles andere würde Chaos bedeuten." dpg

Das Friedberger Stadtparlament debattiert über den Ausbau und 25 weitere Themen morgen (Donnerstag) ab 18.15 Uhr im Kreishaus-Plenarsaal

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