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Bahn-Gegner machen weiter

Etwa 30 000 Euro würde es die "Bürgerinitiative 2 statt 4" kosten, um trotz der Schlappe vom November weiter vor Gericht gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn auf vier Gleise zu kämpfen. Man gibt sich optimistisch – auch wenn alles schnell gehen muss.
Vor etwa einem Jahr demonstrierten die Gegner des Ausbaus der Main-Weser-Bahn auf dem Römerberg. Weitere Demos könnten die letzte Lösung sein.	Archivfoto: Martin Weis Vor etwa einem Jahr demonstrierten die Gegner des Ausbaus der Main-Weser-Bahn auf dem Römerberg. Weitere Demos könnten die letzte Lösung sein. Archivfoto: Martin Weis

Für die "Bürgerinitiative (BI) 2 statt 4" war der 17. November ein schlechter Tag. Denn da hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel alle 28 Klagen gegen den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Westbahnhof und Bad Vilbel von zwei auf vier Gleise abgewiesen. Selbst eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen den Planfeststellungsbeschluss zum Main-Weser-Bahn-Ausbau wurde nicht zugelassen. Doch so leicht wollen die Gegner des Bahnprojekts nicht aufgeben. Daher haben sie sich am Dienstagabend gemeinsam mit dem Verein zum Schutz des Niddatals und seiner Bürger (VSN) zur außerordentlichen Mitgliederversammlung getroffen.

"Es geht darum, ob wir weitermachen können", sagt VSN- und "2-statt-4"-Vorsitzender Klaus Funk. Dazu gebe es eine breite Tendenz – aber noch längst nicht genügend Geld. Allerdings seien schon bei der Versammlung die ersten Zusagen eingegangen, die sich auf 8000 Euro summieren. Für eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung zur Revision plus die Revision selbst veranschlagt Funk aber etwa 30 000 Euro.

Spuren in den Gemütern

Das ist viel Geld. Denn auch der Vorsitzende weiß, dass Beschwerden gegen die Nichtzulassung "meistens negativ ausfallen". Allerdings koste diese auch nur etwa die Hälfte – und ohne Erfolg fallen auch keine Kosten für die Revision selbst an. "Das Urteil hat Spuren in unseren Gemütern hinterlassen", sagt daher auch Funk. In der Versammlung habe es aber auch großen Optimismus gegeben. "Es gibt eine breite Tendenz, weiterzumachen." Ziel sei natürlich, es nicht bei der Beschwerde zu belassen.

Sollte diese zu einem für die Ausbau-Gegner positiven Ergebnis führen, "wäre das psychologisch ein großer Erfolg", sagt Funk. Weitere Spender seien dann leichter zu finden. Aber erst einmal muss nun alles ziemlich schnell gehen. Denn die Beschwerde gegen die Nichtzulassung zur Revision muss spätestens vier Wochen nach Eingang des Urteils eingelegt werden. Noch ist dies nicht da. Funk hofft, um Zeit zu gewinnen, dass "es erst im kommenden Jahr zugestellt wird".

Dann müssen die Mitglieder des Vereins und der BI erneut zusammenkommen und entscheiden, ob sie tatsächlich Beschwerde einlegen. "Das ist der einzige Weg", betont Funk. Sie hätten zwar auch schon demonstriert, aber dabei seien Trägheit und Desinteresse zu groß. An diese Menschen appelliert der Vereins- und BI-Vorsitzende: "Wenn die Bagger anrollen, ist es zu spät."

Das Ziel ist 2018

Wann dies passiert, ist noch unklar. Ziel der Bahn ist, dass die 13,5 Kilometer lange Strecke von Frankfurt-West nach Bad Vilbel 2018 in Betrieb gehen kann. Dies soll 200 Millionen Euro kosten. Für den zweiten Abschnitt von Bad Vilbel nach Friedberg sind 180 Millionen Euro veranschlagt. Es geht darum, der S-Bahn nach Friedberg eigene Gleise zu verschaffen.

Funk dagegen sieht einen Ausbau nur für die Güterzüge. "Das ist alles Durchgangsverkehr", sagt er. Alternativen habe die Bahn nicht geprüft. "Es geht um 50 000 bis 60 000 Betroffene in Frankfurt." Als Argumente nennt Funk etwa den Lärm, die Landschaftszerstörung, den Abriss und Wertverlust von Gebäuden und selbst die im Zuge des Ausbaus zu errichtenden Lärmschutzwände. Die reflektierten den Lärm der Züge, die Lärmkorridore würden breiter. Die Bahn dagegen spricht davon, dass die beiden zusätzlichen Gleise zu kürzeren Fahrtzeiten und regelmäßigeren Abfahrtzeiten der S-Bahn führe. Zudem würden Kapazitäten für den Regional- und Fernverkehr frei.ses

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