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Bryan Adams weckt die Nachbarn auf

Von Oberursel. Ein Platzregen vor dem Konzert und das kühle Wetter konnten die Stimmung nicht trüben. Bryan Adams rockte das weite Feld der Hessentagsarena und spielte zwei Stunden lang seine Klassiker. Vor allem Fans der Achtziger- und Neunziger Jahre-Hits kamen auf ihre Kosten.
Bryan Adams brachte bei seinem Auftritt in der Hessentagsarena die Menge zum Beben. Foto: Sven-Sebastian Sajak Bryan Adams brachte bei seinem Auftritt in der Hessentagsarena die Menge zum Beben. Foto: Sven-Sebastian Sajak

Der Mann braucht nicht viel. Eine Akustikgitarre und ein Mikro genügen. Seine Band ist längst von der Bühne verschwunden, die überdimensionale Leinwand im Rückraum und die flankierenden meterhohen Monitore sind abgeschaltet, da legt der Kanadier noch mal los. Den 17 000 Gästen haucht er ein „The Way You Make Me Feel“ und „Straight From The Heart“ mit auf den Heimweg.

Kaum jemand wird diesen Abend vergessen, ganz gewiss Tina aus Slowenien nicht, die der 51-Jährige für sein „When You’re Gone“ auf die Bühne heraufholt. Vor allem weibliche Hände strecken sich ihm entgegen, als er einen Mitsänger im Publikum sucht. Vorne am Bühnenrand tummeln sich die Kandidatinnen längst herum, denn diese Chance zum Auftritt mit einem Rockstar hat sich herumgesprochen.

So strahlt „Tina from Slovenia“ mit ihrer Zahnspange breit in die Kamera und darf am Ende noch eine Extrarunde tanzen.

Die dunklen Regenwolken ziehen gerade nach Frankfurt ab, da springt der frisch gebackene Vater und Wahl-Londoner mit seiner Band auf die Open-air-Bühne, wie immer in Blue Jeans und schwarzem Hemd, das blonde Haar brav gescheitelt. Die golden schimmernde Halbakustik-Gitarre unterm Arm, eröffnet Adams“ rauchige Stimme mit „House Arrest“ vom Album „Waking Up The Neighbours“ – den Titel leicht provokativ in Richtung der entfernten Wohnhäuser hinter der Absperrung richtend.

Es ist kalt an diesem Abend im Bommersheimer Feld. „Feels like home“, meint der Kanadier und reibt sich demonstrativ die Hände. Wer friert, tanzt sich deshalb gerne warm, denn die Band liefert eine rockige Nummer nach der anderen, bei der vor allem Gitarrist Keith Scott gefällt. Immer wieder schwingt er seine abgewetzte Stratocaster, glänzt mit gefühlvollen Soli, mal links, mal rechts außen. Dazwischen Adams’ weiteres Stammpersonal, Schlagzeuger Mickey Curry, Bassist Norm Fisher und Keyboarder Gary Breit.

Ihr Auftritt wird medial hervorragend in Szene gesetzt. Die Bühnenkamera ist permanent in Bewegung, fängt das wogende Meer der Hände ein, lachende Gesichter, Menschen die mitsingen und mitklatschen. Mal schwarz-weiß auf den Leinwänden, mal wieder in Farbe.

Und genau das sind Adams“ Songs: Hits, die uns in Stimmung bringen – und mit denen wir Erinnerungen verbinden. „Somebody“, „Summer of 69“, „Run to You“, „Can’t Stop This Thing We Started“ oder „18 Til I Die“. Sie haben uns manche Party versüßt, vor allem auch die engen Bluesnummern wie „Heaven“ oder „Everything I do“. All diese Klassiker sind an diesem Abend zu hören.

Seit mehr als 30 Jahren steht der Mann auf der Bühne, und er hat noch immer sichtlich seine Freude dabei. Da steht auch kein abgehobener Star, der sein Programm abspult und die Fans anschließend nach Hause schickt. Bryan Adams ist einer zum Anfassen, ein Junggebliebener, einer, der sich und seinen Anhängern treu bleibt. Und einer, den man immer an seiner rauen Stimme erkennt. Musikalische Experimente gibt es nicht, das Liedmuster ist häufig gleich, die Stücke sind eingängig, geradlinig, ehrlich.

Zwei Stunden sind es an diesem Abend und 25 Songs. Die letzten beiden sind ein Extra-Dankeschön an ein Publikum, das gerne mitgejubelt hat.

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