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Bürger-Infos zum Ausbau geplant

Von Für die Orte in der südlichen Wetterau nimmt ab heute ein Gutachter die Lärm- und Erschütterungsberechnungen für den S-Bahn-Ausbau unter die Lupe. Sein Ergebnis sollen die Bürger erfahren. Allerdings: Mögliche Bedenken gegen das Vorhaben müssen Betroffene selbst geltend machen.
Heute laut, künftig leiser? Ein Güterzug rauscht an Kloppenheim vorbei, wo nach dem Ausbau eine Lärmschutzwand den Ort von der Bahn abschirmen soll.	Fotos: Dennis Pfeiffer-Goldmann Heute laut, künftig leiser? Ein Güterzug rauscht an Kloppenheim vorbei, wo nach dem Ausbau eine Lärmschutzwand den Ort von der Bahn abschirmen soll. Fotos: Dennis Pfeiffer-Goldmann

19 Ordner voll Akten: Der Berg an Material erscheint schier unüberwindlich. Gutachten über Gutachten fordert das Planungsrecht von der Bahn, selbst die Lage der kleinsten Rohrdurchlässe wird aufgeführt und neu geplant.

Wer sich ein wenig Zeit nimmt, kann die Unterlagen noch bis Montag in den Rathäusern entlang der Strecke oder im Internet durchlesen. Wobei sich die interessanten Bereiche für die meisten auf den Erklärungsbericht sowie das Lärm- und das Erschütterungsgutachten beschränken dürften. In den Rathäusern holt man sich dafür Hilfe: Friedberg, Wöllstadt, Karben und Bad Vilbel haben gemeinsam einen Gutachter beauftragt. Heute nimmt er seine Arbeit auf.

Schutzwand wird höher

"Er soll überprüfen, ob der Grundrahmen in den Unterlagen stimmt, oder ob Voraussetzungen darin sind, die anzweifelbar sind", sagt Werner Braam, Leiter des Friedberger Stadtbauamts. Dazu schaue sich der Experte die Situation auch überall entlang der Strecke an.

"Er macht aber keine komplette Neuberechnung des Lärm- und Erschütterungsschutzes", sagt Braam. Die Expertise soll bis zu den Herbstferien vorliegen. "Wir stehen etwas unter Zeitdruck", räumt Ekkehart Böing ein, der sich im Rathaus in Karben um die Verkehrsplanung kümmert. Die Meinung des Gutachters soll, falls nötig, in die Stellungnahmen zum Baurechtsantrag der Bahn einfließen.

Bei Böing in Karben schauten in den vergangenen bereits 55 Bürger in die Unterlagen zum viergleisigen Ausbau. Sie müssen ihre Einwendungen bis 10. Oktober machen.

Die Kommunen können sich drei Wochen länger Zeit lassen. Die Karbener haben noch eine Fristverlängerung bis Mitte November beantragt, dann tagt das Parlament.

Die Pläne nun entsprächen "im Großen und Ganzen" dem, was die Bahn bereits im Herbst 2010 den Bürgern in vier Versammlungen präsentierte, berichtet Wöllstadts Bürgermeister Alfons Götz (CDU).


Doch hatte die Bahn danach ihre Prognosezahlen vom Jahr 2015 auf 2025 geändert (die FNP berichtete): Weil dann mehr Züge, vor allem Güterzüge, erwartet werden, wächst der Lärmschutz mit. Teilweise um bis zu 50 Zentimeter fielen die Schutzwände daher höher aus als im Herbst angekündigt, erklärt Bahn-Sprecher Helmut Lange.

Über solche Details wollen die Orte nun ihre Bürger informieren: Die Wöllstädter hat Götz für Montag (26. September) zur Bürgerversammlung zusammengerufen. Ein Vertreter der Bahn soll dabei sein.

Für Bruchenbrücken plant das Friedberger Rathaus ebenfalls eine Versammlung. Welche Form die Information in Bad Vilbel haben wird, ist noch unklar. Aber die Ergebnisse würden öffentlich vorgestellt, "sobald sie vorliegen", verspricht Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) allerdings.

In Karben möchte Bürgermeister Guido Rahn (CDU) die Expertise in einer gemeinsamen öffentlichen Sitzung der Ortsbeiräte von Okarben und Kloppenheim und des Stadtplanungsausschusses vorstellen. "Das soll auf Sachebene und ganz konkret geschehen, damit auch die Bürger zu Wort kommen."

Solange sollten Betroffene aber in keinem Fall warten, warnt Werner Braam. Nur wer seine Einwände bis 10. Oktober begründet einreicht, könne seine Rechte wahren. Sprich: Die Kommunen können für die Allgemeinheit sprechen, nicht aber für den Einzelnen.

Einspruch nur bei Schaden

Wenn es persönliche Betroffenheiten gebe, "leisten wir den Bürgern gern Hilfestellung", bietet Bürgermeister Götz an. Etwa wenn Anwohner Teile ihrer Grundstücke an die Bahn abtreten sollen, so wie in Dortelweil, Okarben und in Nieder-Wöllstadt.

Möglich seien Einwendungen nur, wenn jemand durch den Ausbau geschädigt werde, erinnert Werner Braam. "Wer Lärmschutz bekommt, ist ja nicht negativ betroffen." Dass der Bahnlärm in den Orten im Niddatal erheblich reduziert werde, "darüber sind wir heilfroh", sagt Bürgermeister Götz. Hinzu kommt ein 15- statt dem bisherigen 30-Minuten-Takt der S 6. "Da kann uns nichts Besseres passieren, wenn das verträglich umgesetzt wird."

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