Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Das kam den Besuchern Hebräisch vor

Frankfurt trumpft auf dem Hessentag in Oberursel mit Kultur und stellt seine Museen in einem eigenen Zelt vor. Gestern hatte das Jüdische Museum seinen Auftritt.
Melike, Melis, Paolo, Isaak (v.l.) schrieben mit Anne Gemeinhardt ihre Namen auf Hebräisch.	F: Sajak Melike, Melis, Paolo, Isaak (v.l.) schrieben mit Anne Gemeinhardt ihre Namen auf Hebräisch. F: Sajak

Melis und Melike zögern einen Moment, dann legen sie los. Vorsichtig beginnen sie, die vor ihnen liegenden Plastikbuchstaben mit dem Bleistift zu umranden. Schön bilden sich die Schriftzeichen mit den geschwungenen Linien und feinen Häkchen auf dem Papier ab. "Gut gemacht", lobt Museumspädagogin Anne Gemeinhardt die Schwestern. Melike (9) kann das Kompliment nicht annehmen: "So richtig Hebräisch können wir gar nicht", gibt sie zu bedenken. Aber immerhin weiß sie jetzt schon einmal, wie das Schriftbild aussieht.

Auf dem Hessentag in Oberursel präsentiert Frankfurt seine Museen. Die 28 Häuser sind unter dem Museumsufer-Logo mit einem eigenen Zelt im Rushmoor-Park (Oberhöchstadter Straße) vertreten. Jeden Tag stellt sich ein anderes vor. Gestern waren das Jüdische Museum, sein Pädagogisches Zentrum und das Fritz-Bauer-Institut an der Reihe. Sie boten Programm für Kinder und warben für Ausstellungen.

Für die man nicht unbedingt nach Frankfurt kommen muss, wie Monica Kingreen erklärt. Seit Mai ist die digitale Ausstellung "Vor dem Holocaust" (www.vor-dem-holocaust.de) im Internet zu betrachten. Gemeinsam mit Kollegen hat Kingreen dafür über Jahre hinweg rund 4000 Fotografien gesammelt, die das jüdische Leben in und um Frankfurt vor und während des Zweiten Weltkrieges ablichten. "Wir nehmen gerne noch weitere Bilder auf", wirbt Kingreen.

Anne Gemeinhardt versucht derweil, den kleinen Besuchern die jüdische Kultur über die hebräische Schrift näher zu bringen. So wie die beiden Schwestern Melis und Melike haben viele Kinder mit etwas Hilfe ihren Namen zum ersten Mal auf Hebräisch geschrieben. Gemeinhardt erklärt den Kindern auch, was die Thora ist, zeigt ihnen Channuka-Leuchter und erzählt vom zugehörigen Fest.

Das Interesse am Auftritt des Museumsufers sei groß, sagt Saskia Praetorius, die derzeit in Oberursel Dienst hat. Dass sich die Kulturmeile auf einem Hessentag präsentiert, ist ein Novum. Gerade weil Oberursel so nah ist, hofft man, den einen oder anderen Besucher anlocken zu können.

In dieser Mission sind heute Liebieghaus, Städel und Historisches Museum in Oberursel zu Gast. Morgen sind das Museum Giersch, das Museum der Weltkulturen, das Bibelhaus und das Archäologische Museum an der Reihe. Am Samstag können Besucher das Institut für Stadtgeschichte und das Dialogmuseum näher kennenlernen, zum Abschluss am Sonntag treten der Palmengarten und noch einmal das Institut für Stadtgeschichte auf. aze

Zur Startseite Mehr aus Themen von A bis Z

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz

© 2017 Frankfurter Neue Presse