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Frank: Wir brauchen den Ausbau!

Von Der Ausbau der S-Bahn-Linie in die Wetterau soll verhindert werden. Diese Forderung erneuert das Frankfurter Aktionsbündnis "Bahnane" in einem Schreiben an Bad Vilbels Stadtregierung. Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) weist das zurück.
Jörg Frank Jörg Frank

"Verhindern Sie gemeinsam mit uns diesen Ausbau zur Güterzugmagistrale – mit mehrjährigem Baulärm, Umweltzerstörung und mit zirka 200 Güterzügen, die bei Tag und Nacht mitten durch Bad Vilbel fahren werden!" Mit diesen Wort fordert die Frankfurter Bürgerinitiative "Bahnausbau nur anwohnerkonform naturverträglich erschütterungsfrei" ("Bahnane") den Magistrat der Stadt Bad Vilbel auf, seine Bürger zu "informieren". Angesichts solcher Aussichten helfe auch kein Lärmschutz mehr, schreibt "Bahnane"-Vorstandsmitglied Michael Wißmüller aus Bad Vilbel.

Erhebliche Mehrkosten

Anlass für das Schreiben ist ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel": Die erheblichen Mehrkosten des Bahnhofprojekts "Stuttgart 21" gefährde andere Baupläne der Bahn, unter anderem den Ausbau der Main-Weser-Bahn, hatte der "Spiegel" berichtet.

Allerdings: Die Bahn dementiert das. Vor allem aber zahlt das Land den Ausbau (die FNP berichtete). Nun bedauert die BI, dass die Strecke, letztlich doch nicht von einer Streichung betroffen sei.

Denn neben den erheblichen Kostensteigerungen, die zu erwarten seien, ist aus Sicht der BI besonders schlimm, dass der Ausbau negative Auswirkungen auf die voranschreitende Renaturierung der Nidda habe. "Die Nidda wird mit viel Aufwand und Kosten im Bereich des Kurhauses renaturiert und dann wird einige Meter weiter die gewachsene Natur für den Ausbau der Bahn, mit allem, was er mit sich bringt, für Jahrzehnte zerstört", beklagt Michael Wißmüller.

 

Bad Vilbels Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU) weist die Forderung und Unterstellung zurück. Er drückt "seine Unsicherheit über die einseitigen Interessen" der Bürgerinitiative aus. "Wir können nicht erkennen, dass sich das Bauvorhaben auf den renaturierten Abschnitt der Nidda in der Kernstadt auswirken wird", erklärt Frank.

Er betont außerdem, die Main-Weser-Bahn sei bereits jetzt überlastet und werde es ohne den Bau einer separaten S-Bahn-Trasse auch bleiben: "Bitte bedenken Sie, dass ohne den Ausbau der Gleise auch keine Lärmschutzwände entstehen." Schon jetzt seien die Bürger der Kernstadt dem Bahnlärm direkt ausgesetzt, die Lärmschutzwände könnten hier eine deutliche Entlastungen für die Betroffenen bringen. Möglicherweise, so Frank, profitiere davon nicht der Nord-Ost-Hang des Heilsbergs. Hier jedoch lägen die Schienen auch deutlich weiter entfernt als in der unmittelbar betroffenen Kernstadt.

Zu enge Streckenbelegung

Laut einer Studie des Umweltbundesamtes, auf die die Bürgerinitiative selbst vor einiger Zeit verwies, hat die Main-Weser-Bahn auch ohne Ausbau genug Kapazität für das erwartete Wachstum des Güterverkehrs in den kommenden 15 Jahren. Bloß dürften in diesem Fall vor allem nachts mehr Güterzüge rollen, dann jedoch ohne Lärmschutz. Ein weiteres Argument sieht Stadtrat Frank in der momentan zu eng getakteten Streckenbelegung. So wirke sich eine Verspätung von Nah- oder Fernverkehr direkt auf den jeweils anderen aus.

"Der Verkehr könnte entzerrt werden", argumentiert der Stadtrat. "Vielleicht wäre es mit den zusätzlichen beiden S-Bahn-Gleisen möglich, die Gleiskapazität für Zwischenhalte der Stockheimer Linie am Eschersheimer Bahnhof vorzusehen oder weitere Halte des Mittelhessen-Express in Bad Vilbel mit einzuplanen."

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