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Glaskunst zum Hessentag

Viele Oberurseler wissen nicht, welcher kulturelle Schatz in ihrer Heimatstadt verborgen liegt. Durch Einwanderer aus dem heutigen Polen kam Mitte des vergangenen Jahrhunderts böhmisches Glas in die Brunnenstadt – und machte die Stadt zum Mekka von Sammlern und Prominenten.
Parfum-Flakons, kreiert von Franz Borkert. Parfum-Flakons, kreiert von Franz Borkert.

Der Ruhm von einst scheint heute fast vergessen, wenn Oliver Rapp liebevoll über jene Glaskunst spricht, die sein Großvater nach dem Zweiten Weltkrieg nach Oberursel brachte. In einer Ausstellung hat Rapp unterschiedliche Exponate aus Glas gesammelt, die Sammler ihm extra für die Schau beim Hessentag zur Verfügung stellten.

Dieser, mit Namen Franz Burkert, entwarf eigens für die "Kristallglas GmbH Oberursel" apart geschliffene Parfumflakons. Bereits im Jahr 1959 wurde dieses zeitgenössische Glasdesign in internationalen Museen, wie dem Metropolitan Museum of Art New York gezeigt. "Das war sehr außergewöhnlich für diese Zeit und eine große Anerkennung für meinen Großvater", erklärt Enkel Rapp. Für den Banker unvergessen bleibt eine Aufnahme, in der Hollywoodstar Kim Novak mit Parfumflakons aus Oberursel in der Badewanne posiert. Eine weitere Facette der Glasausstellung zeigt die Produkte der ehemaligen Gürtlerei von Franz Stumpe, die sich auf die Herstellung hochwertigen Glasschmucks für Theater und Varieté spezialisiert hatte. Zu den prominenten Kunden gehörten Marlène Charell und André Heller, wie Rapp berichtet. Für viele Ausstellungs-Besucher aber ist etwas ganz anderes ein absolutes Highlight, da bis dato unbekannt: In Oberursel wurden die beiden Farben "Taunusit" und "Ursulit" kreiert, die bis in die 90er Jahre weltweit bekannt waren.

Beide sind Mehrfarbgläser und zeichnen sich durch eine besondere Farbbrillanz aus. Die speziellen Rezepte sind heute in Familienbesitz. Wer also Regenbogenglas zu Hause stehen hat, kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass es aus Oberursel stammt. sdr

Die Ausstellung "Glas. Made in Oberursel" ist noch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr im Alten Rathaus (heute VHS) zu sehen.

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