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"Man funktioniert einfach, egal was ist"

Was haben Sie damals gemacht? Zeitzeugen des Herrhausen-Attentats erinnern sich auf der FNP-Bühne an einen Moment, den sie nie vergessen werden.
Erinnerungen: TZ-Chef Matthias Kliem (M.) moderierte die Runde zum Herrhausen-Attentat. Erinnerungen: TZ-Chef Matthias Kliem (M.) moderierte die Runde zum Herrhausen-Attentat.

Es gibt Ereignisse, die sind tief im kollektiven Gedächtnis verankert – wie zum Beispiel die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001. Ähnlich geht es den Deutschen, wenn man auf das Attentat auf Alfred Herrhausen am 30. November 1989 in Bad Homburg zu sprechen kommt. Viele Menschen erinnern sich noch genau, wie sie diesen Tag erlebt haben.

Drei Personen, die direkt mit dem Bombenanschlag auf den Wirtschaftsführer zu tun hatten, saßen am Freitag auf der FNP-Bühne. Wolfgang R. Assmann war damals nicht nur Oberbürgermeister der Kurstadt, sondern auch mit dem charismatischen Vorstandvorsitzenden der Deutschen Bank befreundet. Noch heute muss er, wenn er den Krach von Hubschraubern hört, sofort an das schreckliche Attentat denken.

Auch Erwin Paske war näher am Geschehen dran, als ihm lieb war. Er war der erste Polizeibeamte am Tatort. "Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, als ich das Auto von Herrn Herrhausen erkannte", erinnert sich der Polizist. Doch sofort obsiegte die Professionalität. Tatort sichern, Befehlskette in Gang setzen, Presse im Schach halten. Paske zur Seite stand damals Einsatzleiter Hans Robert Philippi. Auch er hat die Erfahrung gemacht: "Man funktioniert in solchen Momenten einfach, egal was passiert." Das Grauen setze bei solchen Ereignissen erst später ein, bestätigte Assmann, der erst nach einem Requiem zu Ehren Herrhausens ein wenig innere Ruhe fand.

Alle drei sind sie sich einig: Vergessen werden sie den 30. November 1989 nie. "Jeder ungelöste Fall ist für einen Polizisten unbefriedigend", sagt Philippi. Doch dieses Gefühl sei nicht mit denen der Hinterbliebenen zu vergleichen. col

Noch mehr persönliche Erinnerungen an das Attentat gibt es im Buch "Das Herrhausen-Attentat", erschienen im Societäts-Verlag, ISBN 978-3-7973-1256-3.

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