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«Reformation»: Christ-Sein ohne Papst

In dieser Folge des «Abc des Christentums» geht es um die Entstehung und Bedeutung der protestantischen Reformation.
Die Thesen Martin Luthers hängen an der Tür der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg. Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild) Die Thesen Martin Luthers hängen an der Tür der Schlosskirche in Lutherstadt Wittenberg.

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Reformation: Im 16. Jahrhundert waren Lehre und Lebenspraxis der katholischen Kirche für einige ihrer Mitglieder unsäglich eng. Sie erkannten: Da stimmt etwas nicht. So besannen sie sich auf das reine Evangelium. Sie entdeckten: Man kann auch ohne Papstverbundenheit Christ sein.

Diese Reformation im christlichen Denken spielte den politischen Taktikern in die Hände. Papst und Kaiser waren damals sehr verbunden. Wer sich aus der Dominanz des Kaisers lösen wollte, musste seine Untertanen von Papst und Glaubenswelt und Regelwerk der katholischen Kirche lösen. Da kamen die Einsichten des Martin Luther und anderer Theologen der Zeit gerade recht: Sie waren die theoretische Begründung, warum einzelne Regionen vor allem in Deutschland, und dann auch der Schweiz und in den Niederlanden usw., sich lossagten von Kaiser und Papst. Es kam zu Kriegen.

Am 25. September 1555 wurde beim Augsburger Religionsfrieden verkündet. «Cuius regio, eius religio» lautete die berühmte Friedensformel: Das Christentum wurde als Privatsache eines Landesfürsten anerkannt. Für dessen Untertanen allerdings nicht: Die mussten die Konfession ihres Landesherrn annehmen und wurden alle in eine sogenannte Landeskirche hineingezwungen. Oder blieben, da es ja auch katholische Fürstbischöfe gab, katholisch, bzw. mussten katholisch bleiben.

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