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Silly: Alles rot im Hessen-Palace

Von Oberursel. Sie setzen gerade an, die noch immer gefühlte Zonengrenze zu überspringen. Nicht einfach für eine Band, der das Prädikat „Ost“ anhängt. Mit Anna Loos als Frontfrau beginnt für „Silly“ aber eine andere Zeit.
Silly gaben bei ihrem Auftritt auf dem Hessentag Vollgas. Foto: dpa Silly gaben bei ihrem Auftritt auf dem Hessentag Vollgas. Foto: dpa

Da steht sie nun in Oberursels Hessen-Palace, Anna Loos, bei uns bekannt als die Frau des Schauspielers Jan Josef Liefers, der die Popularität „Sillys“ ein wenig beschleunigen sollte. Gerade mal 1500 Zuschauer zählt die Fangemeinde an diesem Abend – eine Zahl, die der hochprofessionelle Auftritt der Musiker nicht verdient hat.

„Silly“ versuchen den Doppelspagat: Die Fans im Westen zu gewinnen und die alten Anhänger nicht zu verprellen. „Alles rot“ ist die erste, mit Anna Loos gemeinsam produzierte CD, die etwas anders klingt als die Songs, die noch Tamara Danz repräsentierte. Danz war das Gesicht „Sillys“ zu DDR-Zeiten, vielleicht deren einziger weiblicher Rockstar. Sie starb 1996 im Alter von nur 43 Jahren. 15 Jahre später klingen „Silly“ ein wenig nach „Rosenstolz“, „Juli“ oder „Silbermond“.

Aber auch nach Tamara Danz. Das beginnt bei den Liedtexten und geht weiter zu Loos’ Stimme, die auch dieses melancholisch-trotzige, leicht aufrührerische Element vermittelt, diese Balladen voller Sehnsucht ausdrückt und auch diesen explosiv-rockigen Moment.

„Es ist unser erstes Mal in Hessen“, gesteht Anna Loos ihrem Publikum. Sie nimmt das Mikro in beide Hände – und los geht’s. „Silly“ eröffnen mit den Songs ihrer neuen CD: „Nackter als du“, „Ich sag nicht ja“, „Findelkinder“, „Ich verlasse mich“ und „Erinnert“. Das sind leichte, glatte Arrangements, manchmal wie Schlager, die von Loos’ Stimme getragen werden.

Erst „SOS“ lassen die alten, rockigeren „Silly“ wiederauferstehen, von denen heute noch Gitarrist Uwe Hassbecker, Keyboarder Ritchie Barton und Bassmann Jäcki Reznicek dabei sind. Diesmal klopft Ronny Dehn das Schlagzeug, Hassbeckers Sohn Daniel (Cello, Keyboard) und „Herr Petereit“ (Gitarre) sind auch mit dabei.

„Asyl im Paradies“, dieses alte „Silly“-Stück, dürfte den Jüngeren im Publikum wenig sagen. Die Band verpackt es in ein Medley „aus unserer elektro-akustischen Zeit“, wie Loos erläutert. Stücke aus der „riesengroßen Schatzkiste dieser Band“, sagt die Sängerin, von denen sie einige hervorkramt.

„Wo bist Du?“, „Verlorne Kinder“, „Mont Klamott“ und „Flieg“ sind darunter.

Und Loos präsentiert sie mit einer Hingabe, als ob diese Stücke schon immer in ihr Repertoire gehört hätten. Kein Wunder: „Ich kannte ,Silly‘, als ich noch ein kleines Mädchen war. Ich habe von ihren Konzerten immer etwas Besonderes mitgenommen.“ Das sollte auch für diesen Abend gelten, den „Silly“ mit vier Zugaben beenden. Und versprechen: „Wir kommen auf jeden Fall wieder.“ Dann sollten mehr Zuhörer dabei sein.

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