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So macht Schule keinen Spaß, Frau Ministerin!

Von Der Kontakt zur Basis ist wichtig – auch für Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP). Auf der FNP-Bühne begegnete die Ministerin, die in Oberursel lebt, gestern einem Teil "ihrer" Basis – den Schülern ihrer Heimatstadt. Und die sagten deutlich ihre Meinung.
Dorothea Henzler (FDP) Dorothea Henzler (FDP)

Nele ist 15, besucht die 9. Klasse des Oberurseler Gymnasiums und das offensichtlich gerne. Sie möchte lernen – möglichst viel und intensiv. Sie will aber auch die nötige Zeit dafür haben. Doch die bekommt sie als Schülerin des G 8-Zweigs des Gymnasiums nicht. Davon ist Nele überzeugt, und diese Meinung vertrat sie gestern auch ganz deutlich im direkten Gespräch mit Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler.

Die FDP-Politikerin war zu Gast auf der FNP-Bühne beim Hessentag in ihrer Heimatstadt Oberursel, stellte sich dort den Fragen von Redakteur Georg Haupt und vor allem denen der Schüler, die sich vor der Bühne im Deschauer Park versammelt hatten. Augenfällig dabei: Die Schüler aus der Hessentags-Stadt drückte allesamt besonders stark die steigende Belastung in den Nachmittagsstunden.

Keine Zeit für Vereinssport und andere Freizeitbeschäftigungen, aber auch keine ausreichende pädagogische Betreuung in den Nachmittagsstunden – so macht Schule keinen Spaß und G 8 keinen Sinn. Darin waren sich die Jugendlichen einig.

Der 15-jährige Thomas berichtete der Ministerin vom Stress am Nachmittag, klagte darüber, dass er in diesem Schuljahr an fünf Tagen in der Woche nicht einmal zur Mittagszeit nach Hause gekommen sei.

Henzlers Hinweis, dass darunter aber auch lobenswertes freiwilliges Engagement sei, traf in den Reihen der Schüler auf Widerspruch. "Von wegen freiwillig", war in einem Raunen verpackt und doch deutlich zu vernehmen.

Für die Ministerin ist bei G 8 sicher noch Luft nach oben. Grundsätzlich jedoch müsse eine Verkürzung der Schul- wie auch der Studienzeiten gelingen, um qualifizierte junge Leute früher ins Berufsleben zu bringen, wie das in anderen europäischen Ländern längst der Fall ist. Um Schüler nicht zu überfordern und ihnen nicht die Freizeit vollständig zu beschneiden, setzt Henzler auf qualifizierte Nachmittagsbetreuung und das Engagement von Vereinen in den Schulen. Gute Beispiele dafür, so die Ministerin, fänden sich bereits an der Integrierten Gesamtschule in Stierstadt.

Christian (15), Fußballer aus Leidenschaft, wäre schon zufrieden, wenn die von Henzler avisierte Einbindung von Sportvereinen gelingen würde. Allein am Oberurseler Gymnasium, so der Eindruck der Neuntklässler, ist von diesem Zusammenwirken von Schulen und Vereinen nichts zu spüren.

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