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«Vergebung» und Leserfragen

Am Ende unseres Islam-Abc widmen wir uns heute und morgen den Begriffen, zu denen einige Leser Auskünfte haben wollten. Nach dem Buchstaben gibt es keine relevanten Wörter aus dem Islam mehr.

Am Ende unseres Islam-Abc widmen wir uns heute und morgen den Begriffen, zu denen einige Leser Auskünfte haben wollten. Nach dem Buchstaben gibt es keine relevanten Wörter aus dem Islam mehr.

VERGEBUNG: Zu den 99 Namen Allahs gehört auch «Al Ghaffar» (der Vergebende). Doch um Vergebung zu erlangen, ist zunächst das Verhalten des Menschen ausschlaggebend. Sie wird nicht einfach gewährt. Denn auf Vergebung hoffen können nur diejenigen, die wahrhaftig gläubig sind und entsprechend leben.

Den Ungläubigen wird keine Vergebung zuteil. Die Vergebung steht unter Gottes Allmacht und ist im Prinzip willkürlich. Deshalb kann niemand wissen, ob er tatsächlich am Tag des Jüngsten Gerichts Vergebung erhält. Gewissheit haben nur diejenigen, die im Kampf «auf dem Weg Gottes» getötet werden; als Märtyrer fahren sie direkt ins Paradies ein.

Die menschliche Sünde betrifft Gott eigentlich nicht – es sei denn, der Mensch stellt Gott andere Götter an die Seite, was auf keinen Fall vergeben werden kann, Unglaube wird nicht verziehen. Der Mensch soll daher immer wieder um Vergebung beten, seine Sünden aufrichtig bereuen, und dem falschen Handeln abschwören.

Ein wichtiger Unterschied zur Bibel ist hier vor allem der Grund, aus dem Gott die Sünden vergibt. Der christliche Gott tut es aus Liebe, und die gläubigen Christen können sich sicher sein, dass ihnen vergeben wird. Allah dagegen vergibt aus seiner Allmacht heraus (Sure 3,135-136; Sure 4,110).

Die weiteren Leserfragen beziehen sich auf bereits erschienene Buchstaben:

BESTATTUNG: Möglicherweise werden die Todesfälle der Moslems durch Todesanzeigen in der Zeitung nicht extra angezeigt, da die Toten in vielen Fällen in deren Heimatländer überführt werden.

Eine Bestattung nach muslimischem Ritus ist auf deutschen Friedhöfen nicht möglich. Denn die Leiche muss vollständig gewaschen, die Körperöffnungen verschlossen und in weiße Tücher gehüllt werden. Anschließend wird der Tote mit dem Kopf nach Mekka ohne Sarg beerdigt. Nach Möglichkeit soll er schon am Todestag oder einen Tag später beerdigt werden. Eine Beerdigung ohne Sarg ist in Deutschland verboten. Daher lassen viele Moslems ihre Verstorbenen in ihre Heimatländer überführen und begraben sie dort.

MISSIONARISCHER AUFTRAG: Der Islam hat in der Hinsicht einen missionarischen Auftrag, dass er auf Ausbreitung angelegt ist. Er beansprucht universale Gültigkeit (Sure 34,28). Ziel des Islam ist generell die Einführung einer islamischen Ordnung in der ganzen Welt und eine islamische Herrschaft über sämtliche Lebensbereiche aller Menschen.

Bei den Moslems liegt der Schwerpunkt nicht auf individueller Frömmigkeit oder der festen Zusage des ewigen Lebens – darüber bestimmt Allah sowieso erst am Tag des Jüngsten Gerichts, und darüber kann man sich nie sicher sein – sondern darauf, dass die islamische Ordnung das öffentliche Leben bestimmt.

Der Islam kennt auch die Werbung für den eigenen Glauben, (arab. Da´wah, «Ruf», «Einladung»), bei der beispielsweise auf Informationsveranstaltungen der Islam möglichst positiv dargestellt wird.

Teilweise vertreten muslimische Theologen dabei auch die Auffassung, dass die Dawah ein Teil des Dschihad sei, also des «Bemühens um Gott». Es gibt hier jedoch keine ganz klar formulierte Grenze zwischen der friedlichen Einladung zu Gott und der Androhung von Gewalt.

Auch eine konversionsabhängige Unterstützung von Hilfsprojekten kennt die islamische Form der Missionierung. So hat beispielsweise Saudi-Arabien in Schwarzafrika soziale Einrichtungen errichten lassen, die dann nur den zum Islam übergetretenen Personen zur Verfügung stehen.

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