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Verschiebung als Geschenk

Bei der Jahreshauptversammlung des "Vereins zum Schutz des Niddatals und seiner Bürger" im Gemeindesaal der Eschersheimer Emmaus-Gemeinde wird der alte Vorstand wiedergewählt. Der will den Widerstand gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahnstrecke fortsetzen, auch wenn der Rechtsweg fast ausgeschöpft ist.
Klaus Funk (vorne) kämpft weiter als VSN-Vorsitzender gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn.	Foto: Martin Weis Klaus Funk (vorne) kämpft weiter als VSN-Vorsitzender gegen den Ausbau der Main-Weser-Bahn. Foto: Martin Weis

Als eine Art Weihnachtsgeschenk sehen die Mitglieder vom "Verein zum Schutz des Niddatals und seiner Bürger" (VSN) die von der Deutschen Bahn und dem Verkehrsministerium befürchtete Verschiebung des vierspurigen Ausbaus der Main-Weser-Bahn. Das Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21" wird um 1,1 Milliarden Euro teurer, wohl zulasten des Streckenausbaus, dessen Beginn daher erst einmal in den Sternen steht.

Kaum zu verhindern

Zu verhindern ist der Ausbau jedoch kaum noch, darauf hat sich der VSN bereits eingestellt. Eine Klage der Initiative "2 statt 4" vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel im Jahr 2011 wurde zurückgewiesen. Eine Revision ließ der VGH nicht zu. Die Entscheidung über eine Nichtzulassungsbeschwerde der Initiative "Bahnane" steht zwar noch aus, doch die Hoffnung schwindet. Somit bleibt dem VSN bloß noch ein wenig mehr Zeit, um gegen die Folgen des Ausbaus vorzusorgen. "Und sei es um den Preis, dass wir wieder klagen", sagte Vereinsvorsitzender Klaus Funk.

Für einen besseren Lärmschutz entlang der in Frankfurt vom Ausbau betroffenen Gebiete möchten Funk und seine Mitstreiter kämpfen. Auch wollen sie nicht tatenlos dabei zusehen, wie die Natur leidet und ebenso dem mit Schaudern erwarteten Baustellenverkehr Einhalt gebieten. Da sich dem VSN rechtlich keine Möglichkeiten mehr bieten, möchte er seine Ziele auf dem politischen Weg verfolgen. In den Fokus rücken soll dabei vor allem die Zeit vor der hessischen Landtagswahl, die voraussichtlich im Herbst 2013 stattfindet. "Wir möchten alle Kandidaten anschreiben und fragen, wie sie zum Ausbau stehen", erklärte Ingrid Häussler, stellvertretende Vorsitzende des VSN.

Dass sich einer der Kandidaten beim Thema Ausbau die "Finger verbrennt", bezweifelte allerdings Hans-Dieter Schnell, ehemaliger Landtagsabgeordneter der CDU und Mitglied im VSN: "Sie werden sagen, dass alles längst beschlossene Sache ist und die Politik für die Bürger getan hat, was sie konnte."

Bahnhof besetzen

VSN-Schatzmeister Günther Eckstein schlug dennoch vor, auf Wahlkampfveranstaltungen Flagge gegen den Ausbau zu zeigen. Außerdem regte er an, mit Flughafenausbaugegnern gemeinsame Sache zu machen. "Vielleicht können wir auch den Bahnhof besetzen. Warum denn nicht?", fragte Eckstein.

Nicht zuletzt will der VSN Funk zufolge weiterhin deutlich machen, dass ein Weg wie im Fall des Ausbaus der Main-Weser-Bahn mit den Bürgern künftig nicht mehr gangbar sein wird. "Erst wurde geplant, dann hatten die Bürger vier Wochen Zeit die Pläne einzusehen", monierte Klaus Funk mit Verweis auf "Stuttgart 21".

Die Neuwahl des Vorstands des "Vereins zum Schutz des Niddatals und seiner Bürger" war schließlich Formsache. Klaus Funk wurde als Vorsitzender wiedergewählt, ebenso seine Stellvertreterin Ingrid Häussler. Auch der bisherige Schatzmeister Günther Eckstein sowie der bisherige Beisitzer Hans Jürgen Koch werden ihre Ämter weiterhin ausüben. bki

(Benni Kilb)
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