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Vom «Heiligen Geist» bis «Jesus»

In unserer Serie «Das ABC des Christentums» geht es heute um den Heiligen Geist, um Inquisition und Jesus.
Die barocke Holzfigurengruppe stellt die heilige Familie Josef, Maria mit dem heiligen Kind, bekrönt durch Gottvater und dem Heiligen Geist, dar. Foto: dpa Foto: Polizeipräsidium Niederbayern (dpa) Die barocke Holzfigurengruppe stellt die heilige Familie Josef, Maria mit dem heiligen Kind, bekrönt durch Gottvater und dem Heiligen Geist, dar. Foto: dpa

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HEILIGER GEIST. Die sogenannte dritte göttliche Person in dem einen Gott, Gott, der Heilige Geist, ist so schwer vorstellbar wie alles, was unser Leben z. B. lebenswert macht: Liebe, Treue, Hingabe, Freude, Begeisterung usw. Unbestreitbar gibt es diese Kräfte. Aber man sieht sie nicht direkt, sondern erkennt sie nur in dem, was sie bewirken. Ähnlich ist es mit Gott, dem Heiligen Geist. Er ist der Bewirker. Er bewirkte, dass Gott, der Sohn, Mensch werden konnte. Dass Jesus heilen konnte, Grenzen überschritten hat von Religion und Kultur, dass er gepredigt hat und schließlich am Kreuz Gott, dem Vater, treu geblieben ist: Das alles ist das Werk des Heiligen Geistes, der ihn auch am dritten Tage von den Toten auferweckte und ihn als den ersten von uns Menschen, der ohne Sünde blieb, Gott, dem Vater, ganz zurückführte. Der Heilige Geist ist der göttliche Atem, der bis heute Menschen zur Erkenntnis Jesu führt und zu Christen macht. Ohne ihn gibt es keine Kirche. Er wirkte nach der Himmelfahrt Jesu in Jerusalem das Wunder des Glaubens an Jesu Auferstehung, quer durch alle Kulturen; Die Kirche wurde geboren. Christen denken an dieses Ereignis am Pfingstfest.

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INQUISITION. Es gibt in jeder Familie und jeder Gemeinschaft den Punkt, an dem «es reicht». Dann wird das Mitglied vor die Wahl gestellt: Entweder du gehst mit uns konform, oder wir schließen dich aus. Ob Parteien oder Vereine – keine Gemeinschaft kann überleben, wenn es nicht Kriterien gibt, nach denen beurteilt werden kann, wer noch dazu gehört oder wer nicht mehr dazugehören kann. Auf einem ganz anderen Blatt steht allerdings, ob es in den Gemeinschaften genügend abgesichert ist, dass kreative Kritiker nicht gleich mundtot gemacht werden von einer Gruppe von Mitgliedern, die sich nicht reinreden lassen wollen. Die Inquisition war im Mittelalter ein kirchliches Untersuchungsverfahren. Es stand in dem Geruch, von den Kirchenoberen vor allen Dingen aus Angst um die eigene Macht eingesetzt zu werden. Auch heute gibt es, wenn auch selten, in der Kirche Untersuchungsverfahren, die sich damit beschäftigen, ob einer noch katholisch bzw. evangelisch ist in seiner Lehre oder nicht. Sie heißen heute in der katholischen Kirche nicht mehr Inquisition.

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JESUS. Jesus von Nazaret wurde nicht, wie es unsere Zeitrechnung (nach Christus) vermuten ließe, im Jahre null geboren, sondern wahrscheinlich bereits vier vor Christus. Er starb im Jahr 30 oder 31 in Jerusalem. Als er etwa 28 Jahre alt war, trat er öffentlich als jüdischer Wanderprediger auf.Zwei bis drei Jahre später wurde er von Römern gekreuzigt.

Die historische Jesusforschung hat als wichtigste Quelle das Neue Testament. Da dies aber ein Glaubensdokument der Urchristen ist, muss es genau interpretiert werden. Meinung und Glaubenserfahrung sind darin sehr dicht vermischt mit den historischen Erinnerungen. Unbestritten ist, dass Jesus Menschen in seine Nachfolge berufen hat, dem Judentum seiner Zeit den Anbruch des Gottesreiches verkündet und die Israeliten darum zur Umkehr aufgerufen hat. Für Judentum wie Islam ist Jesus eine bedeutende Prophetengestalt. Seinem Tod folgte das Bekenntnis seiner Anhänger, er sei am dritten Tage auferstanden von den Toten. Daraus entstand das Christentum als Weltreligion und die Kirche als Bewahrerin dieser Botschaft.

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