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Von «Adam» bis «Apostel»

Im zweiten Teil unseres Abc’s des Christentums werden die Begriffe «Adam» bis «Apostel» erklärt.
Abbild des Apostels Paulus. Foto: epa ansa HO (ANSA) Abbild des Apostels Paulus.

Die Bibel beschäftigt sich auf den ersten Seiten mit der Frage: Was ist der Mensch. Sie antwortet in orientalischer Tradition mit Hilfe einer Erzählung: Adam, zu Deutsch: Der Mensch, ist von der Erde genommen. Es gibt «den Menschen» nur als Mann oder Frau (Eva, zu Deutsch: Menschin, und auch: Die Belebte). Sie sind als einziges Wesen in der Schöpfung Gottes Ebenbild und sollen in der Welt Gottes Herrschaft ausüben. Weil Mensch und «Menschin» aber selbstherrlich sein wollen, so die Erzählung, verlieren sie die Unschuld des freien Umgangs mit Gott, miteinander und mit der Schöpfung. Deswegen müssen sie sich fortan mit der Schöpfung abplagen: «Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen.» Außerhalb des Paradieses bekommen sie Nachkommen, und es beginnt die Geschichte des Menschen von Sehnsucht nach Freiheit, Neid und Hoffnung, doch wieder zum Frieden mit Gott und miteinander zu kommen.

Für Christen ist Jesus der neue Adam. Er wurde geschaffen in einem neuen Paradies namens Maria. Wer in der Liebfrauenkirche das große Bild anschaut, auf dem Maria Jesus auf dem Schoß sitzen hat, bekommt einen visuellen Eindruck von dem Glanz, den Christen seit Jesus in der Welt sehen – trotz allem, was «Adam» bis heute auch treibt.

Advent. Die vier Wochen vor dem Weihnachtsfest sind benannt nach dem lateinischen Wort für «Ankunft». Christen begehen diese Wochen als leise Zeit; denn Gott kam nicht mit lautem TamTam in die Welt, wie es die Großen gern machen. Die Geburt im Stall von Bethlehem steht für ein leises Gottesbild, wie Jesus es verkündete: Wenn Gott kommt, schöpfen die Armen neue Hoffnung. Deswegen gehen laut dem Evangelisten Lukas Hirten als erste zur Krippe. Wenn Gott kommt, sucht er nach denen, die ausgeschlossen sind vom gesellschaftlichen Leben. Wenn Gott kommt, gehen einem die eigenen Fehler auf. Wenn man sich dann schämt, braucht man sich nicht zu verstecken. Die Lieder des Adventes und die stimmungsvollen Winterabende laden auf der nördlichen Halbkugel der Erde dazu ein, in der stillen Strahlkraft der Kerzen diese leise, anziehende Kraft Gottes wiederzuerkennen. Christen trainieren in dieser Zeit, auf die Letzte Ankunft Jesu zu warten: Wenn er alle Menschen an sich zieht und die Schöpfung dem Schöpfer zurückgibt.

Amen. Das letzte Wort in der Kirche hat die Gemeinschaft. Wie bei Juden und Muslimen sprechen die Versammelten am Ende das Wort «Amen». Oft wird es gesungen um noch feierlicher zu bekräftigen, was vorgebetet wurde. Das Wort kommt aus der hebräischen Sprache und bedeutet so viel wie «So ist es» oder: «So soll es geschehen».

Apokalypse. In der Sammlung der biblischen Schriften ist die Apokalypse das letzte Buch. Das griechische Wort bedeutet so viel wie «Enthüllung» oder «Offenbarung»: Dem Seher Johannes wird viel aus dieser Schrift zugeschrieben. Er hat in der Verbannung auf der Insel Patmos gelebt. Dort durchleidet er im Innern das Leiden der Christen vor allem während der ersten Verfolgungen in Rom mit. In seinen Visionen sieht er Jesus als Sieger über alle Verfolgung. Gewaltige Bilder vom Himmelsbrand und von herabstürzenden Gerichtsengeln spiegeln seine Hoffnung wider, dass Gott am Ende siegen wird. Die Apokalypse hat viele inspiriert, die daraus Voraussagen über den Untergang der Welt lasen. Das biblische Buch will darüber aber nichts sagen, sondern ausschließlich etwas vom Kampf des glaubenden Menschen mit den Mächten des Bösen, an dessen Ende Gott den Menschen zum Sieg führen wird.

Apostel. Jesus hat mit Beginn seines öffentlichen Wirkens Menschen berufen, seine Jünger zu sein. In der Bibel ist von zweiundsiebzig die Rede. Aus diesen wählt er zwölf in einen engeren Kreis. Er nennt sie Apostel. Sie stammen aus den verschiedensten Berufen und müssen ihre Familien zurücklassen, um nur bei Jesus sein zu können. Ihnen erklärt er mehr als den anderen Jüngern. Sie werden mit besonderen Aufgaben betraut, wie etwa zu heilen oder wie er das Evangelium vom nahenden Gottesreich zu verkünden. Am Ende seines öffentlichen Wirkens versammelt Jesus diese Apostel um sich, um mit ihnen das Abendmahl zu feiern und sie zu beauftragen, zu seinem Gedächtnis immer wieder Menschen dazu zu versammeln. Einen der Apostel, Petrus, benennt er als Felsen, auf den er seine Kirche bauen will. Nach altkirchlicher Überlieferung sind die Bischöfe die Nachfolger der Apostel, der Bischof von Rom übernimmt die Rolle des Petrus und wird Papst genannt.

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