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Von «Eucharistie» bis «Evangelisch»

Was bedeutet Eucharistie? Woher stammt der Begriff Evangelium? Darum geht es im heutigen Teil aus dem Lexikon zum Christentum.
Zur Eucharistie gehören Hostien und Wein. Foto: Bernd Thissen (dpa) Zur Eucharistie gehören Hostien und Wein.

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Eucharistie: Das Wort kommt aus der griechischen Sprache, der Hauptsprache des frühen Christentums. Es bedeutet Danksagung. Der Begriff wird zum Einen für die Feier gebraucht, in der katholische Christen danksagen für die Erlösung durch Jesus. Sie tun dabei, was Jesus getan hat: Sich versammeln, Gott dem Vater danken für den Tod und die Auferstehung Jesu, Brot brechen und davon essen, den Kelch mit Wein erheben und daraus trinken und Jesus sagen lassen: Das bin ich für Euch.

Diese Gaben, in denen Jesus persönlich gegenwärtig wird, werden ebenfalls Eucharistie genannt. Lange Jahre sagte man: Ich empfange in der heiligen Messe die Kommunion. Heute heißt es eher: Ich empfange in der Feier der Danksagung das Sakrament des Leibes und Blutes Christi, oder kurz: Ich empfange in der Eucharistiefeier die Eucharistie.


Eva: «Menschin» oder «die Belebte» bedeutet der Name der Frau in der biblischen Lehrerzählung über das Verhältnis von Gott und Mensch. Dass es darin heißt, Eva sei aus der Rippe des Adam geformt, bedeutet vor allen Dingen, dass sie nicht vom Mann gezeugt oder gemacht ist; entgegen landläufiger Interpretation dieser Stelle ist sie daher gerade eben nicht von ihm, sondern gleich Adam von Gott geschaffen.

Mit den Mitteln der Poesie des sechsten vorchristlichen Jahrhunderts und dem festen Glauben an einen menschenfreundlichen Gott werden anhand der Figuren Adam und Eva bis heute ungelöste Fragen bearbeitet: Warum gibt es nicht «den» Menschen, sondern in der Regel nur Mann oder Frau? Was ist Verantwortung? Was bedeutet entweder nur zeugen oder nur gebären zu können für das jeweilige Geschlecht?


Evangelium: Das dem griechischen entstammende Wort bedeutet so viel wie «Gute Nachricht» oder «Frohe Botschaft». Es bezieht sich auf einen Text aus dem Alten Testament: Der Herr hat mich gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen. Jesus bezieht dieses Wort auf sein Wirken und seine Botschaft. Nach seiner Auferstehung wird davon zunächst mündlich verkündet.

Dann entstehen schriftliche Zusammenfassungen. Sie wurden jeweils Evangelium genannt. Im vierten Jahrhundert wurden von den Christen vier der insgesamt etwa fünfundzwanzig kursierenden Texte als authentisch anerkannt: Die Evangelien nach Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Sie bilden die Grundlage der Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus.


Evangelisch: Der Name «evangelisch» ist eine hochehrenhafte Bezeichnung, denn das Evangelium, welches uns durch unseren Glauben an dasselbe zu Christen gemacht hat, wird in der Schrift ein «herrliches» genannt. So Martin Luther, der im 16. Jahrhundert die bestehenden Übersetzungsversuche der weitestgehend in lateinischer Sprache kursierenden Bibelausgaben auf die Grundlage des hebräischen bzw. griechischen Urtextes stellte. Die Buchdruckerkunst Gutenbergs verhalf seiner Übersetzung zu einer großen Verbreitung. «Die Druckerei ist das höchste und letzte Geschenk, durch welches Gott die Sache des Evangeliums forttreibet.» (Luther) Evangelisch meint zuerst: Durch die Gnade Gottes gläubig das schriftliche Bibelwort aufnehmen.

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