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Von «Fegefeuer» bis «Fronleichnam»

Was hat es mit der Vorstellung des Fegefeuers auf sich? Das lesen Sie heute in unserer Serie Abc des Christentums.
Martin Luther kämpfte gegen die Vorstellung vom Fegefeuer und den damit verbundenen Ablasshandel. Foto: Hendrik Schmidt (dpa-Zentralbild) Martin Luther kämpfte gegen die Vorstellung vom Fegefeuer und den damit verbundenen Ablasshandel.

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Fegefeuer: Der christliche Glaube an die Auferstehung hat zu der Frage geführt, was denn wohl zwischen der Zeit des Todes eines Menschen ist und der Zeit, bis es keine Menschen mehr gibt und die Welt vollendet wird. Man hat sich dann so eine Art Zwischenraum vorgestellt, in dem die Verstorbenen noch Zeit haben, sich auf den letzten Schritt zur Vollendung vorzubereiten. Dabei können die noch Lebenden ihnen helfen durchs Gebet. In Bildern vom läuternden Feuer, in dem die Seelen brennen, wurde besonders eindringlich dazu eingeladen. Die Verstorbenen könnten so von ihren Qualen befreit werden. Heute sagen katholische Christen: Nach dem Tod eines Menschen ist nicht alles aus. Es ist noch was zu machen. Gott, der Heilige Geist, kann Tote und Lebende miteinander verbinden. Sie beten füreinander. Sie hoffen miteinander auf Vergebung. Sie erwarten, dass Gott einst «Alles in Allem» sein wird.

Firmung: Zu Deutsch: Festigung. In der frühen Christenheit wurden meistens Erwachsene getauft. Danach salbte man sie mit Chrisam, da sie ja nun zu dem Geistgesalbten Gottes, zu Jesus, gehörten: Ihre frische Taufe wurde per Salbung gefestigt, gefirmt. Sie empfingen in derselben Feier auch zum ersten Mal die Eucharistie. Als immer mehr Getaufte ihren Kindern das Gut der Taufe nicht vorenthalten wollten, wurden in einem Teil der Christenheit die Salbung und die Spendung der Eucharistie davon getrennt.

Heute ist die katholische Reihenfolge Taufe, erster Empfang der Eucharistie mit etwa neun Jahren und Firmung zur Jugendzeit. In der orthodoxen Kirche werden die drei Sakramente Taufe, Firmung und Eucharistie den Säuglingen gespendet. In der evangelischen Christenheit gibt es noch die Taufe und die Konfirmation. Die ist anders als die Firmung keine Salbungsfeier, sondern der feierliche erste Empfang des dort sogenannten Abendmahles im Jugendalter.

Fronleichnam: Das Fronleichnamsfest ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche. Das Wort hat nichts mit Leiche zu tun; Licham (nicht: Lichnam!) sagte man im Mittelalter, wenn man «Leib» meinte, und Frone bedeutet «Herr»; man kennt ja heute noch das Wort Frondienst. «Fronleichnam» ist die wörtliche Übersetzung des lateinischen Titels dieses Festes: Corpus Christi, zu Deutsch heute «Hochfest des Leibes und Blutes Christi». Die katholischen Christen feiern an diesem Tag, was Jesus an Gründonnerstag ihrer Meinung nach tat: Sich ihnen leiblich und damit höchstpersönlich zur Verfügung zu geben in den Gestalten von Brot und Wein, und das immer wieder, wenn sie sich versammeln, bis er wiederkommt. Dieses Vermächtnis Jesu wird seit dem 12. Jahrhundert am Fronleichnamstag öffentlich gefeiert.

www.fnp.de/christentum

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