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Von «Fundamentalist» bis «Gebet»

Alltagsprobleme hat fast jeder. Gebete können helfen, meint Bruder Paulus, unser Autor des Lexikons zum Christentum, in unserem heutigen Teil.
Kann helfen, wenn man dran glaubt: Ein Gebet. Foto: Arno Burgi (dpa-Zentralbild) Kann helfen, wenn man dran glaubt: Ein Gebet.

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Fundamentalist: Es gibt christliche Gruppen, die Bibeltexte und kirchliche Formulierungen wörtlich nehmen. Man kann bei diesen Fundamentalisten nicht kritisch und wissenschaftlich religiöse Texte oder bestimme Formen des Gottesdienstes diskutieren. Am bekanntesten sind jene, die die biblischen Lehrerzählungen zur Schöpfung oder zum Ende der Welt wörtlich nehmen. Fundamentalisten gibt es in allen Menschengruppen, die eine religiöse, weltanschauliche oder politische Überzeugung vertreten. Allen gemeinsam ist das Prinzip «Alles oder nichts». Diskussionen mit Fundamentalisten sind zwecklos. Der Dialog mit anderen Menschen ist für sie kein Erkenntnisweg, der die eigene Einstellung neu beleuchten kann. Den Andersgläubigen oder – meinenden halten sie für uneinsichtig und sehen ihn als Feind. Daraus ergibt sich, dass die Fundamentalisten sich nur stark überzeugt geben. Im Tiefsten ihrer Seele fehlt ihnen ein Fundament. Sie ruhen nicht in ihrem Glauben. Daher können sie die vielfältige menschliche Gesellschaft nicht ins Gespräch miteinander und vorwärts bringen.

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Gebet: Still werden, vorformulierte Gebete nachsprechen, täglich zehnmal hintereinander sagen: «Gott, Du bist da!» – so zähmt der Beter seine unbändige Sehnsucht nach «Immer mehr» und «Alles haben wollen». Beten ist Freiheitskultur. Wer betet, erwartet das ganz große Glück allein von Gott – und sieht sich und seine Mitmenschen gelassener.

Gebet bringt auf Distanz zu den Alltagsproblemen. Wer betet, nimmt schärfer wahr, urteilt differenzierter und handelt tatkräftiger. Am Beten freut sich Gott, weil der Mensch darin zur Verantwortung reift. Neben diesem persönlichen Beten gibt es auch offizielle Gebete. In ihnen finden sich Christen zu einer Gemeinschaft in Gott zusammen. Dabei wird oft gesungen. Augustinus, ein Theologe des 5. Jahrhunderts, sagt: Wer singt, der betet doppelt.

www.fnp.de/christentum

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