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Von «Gebetsteppich» bis «Hadsch»

Eine der fünf Säulen des Islam ist die Pilgerfahrt nach Mekka. Was es damit auf sich hat, lesen Sie heute in unserem Abc der Weltreligion.

Eine der fünf Säulen des Islam ist die Pilgerfahrt nach Mekka. Was es damit auf sich hat, lesen Sie heute in unserem Abc der Weltreligion.

GEBETSTEPPICH: Um auf einer sauberen Unterlage beten zu können, benutzen Muslime einen Gebetsteppich. In ihren Mustern weisen diese Teppiche meist eine angedeutete Gebetsnische auf. Der Teppich wird zum Beten so ausgelegt, dass die Spitze dieser Gebetsnische in Richtung Mekka zeigt. Unterwegs kann ein spezieller Gebetskompass benutzt werden, um die richtige Richtung zu ermitteln. Es gibt auch Gebetsteppiche mit eingebautem Kompass.

GLAUBENSBEKENNTNIS (arab. Sahada): Wer das islamische Glaubensbekenntnis «Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet» in Gegenwart von Moslems spricht, gilt als Moslem. Die Schahada dient als Formel der Bekehrung und ist die erste der fünf Säulen des Islam.

GOTTESSTAAT: Zentrale Ausrichtung islamistischer Ideologie ist vor allem der Wunsch nach einem Gottesstaat, der auf der Vorstellung basiert, dass nur Allah die höchste und gesetzgebende Herrschaft zukommen dürfte. Denn er habe über seinen Propheten Mohammed den Menschen Offenbarungen zukommen lassen. Diese sind im Koran zusammengefasst und ergeben die islamische Rechts- und Lebensordnung. Konsequenz daraus ist, dass weder der Mensch noch ein Volk die Rolle des Gesetzgebers einnehmen kann, sondern als Statthalter Gottes darauf achten sollen, die Regeln einzuhalten. Das Konzept von der «Herrschaft Gottes» steht im Zentrum vieler islamistischer Bewegungen.

HADITH: Die Bezeichnung Hadith bedeutet Bericht, Überlieferung. Im islamisch-religiösen Gebrauch handelt es sich um die gesamten Überlieferungen der Aussagen des Propheten Mohammed und von Ereignissen, die ihn betreffen. Sie enthalten außerdem Verhaltensmaßregeln, Anweisungen und Richtlinien von Mohammed und seinen direkten Nachfolgern, die im Koran nicht enthalten sind. Die gesamten Überlieferungen bilden die Sunna des Propheten und gehören somit zu den religiösen Gesetzen im Islam. Die Hadithe sind eine Rechtsquelle, sie können den Koran jedoch nur ergänzen, ihn aber nie außer Kraft setzen.

HADSCH (arab. Hagg): Hadsch bedeutet Absicht, Hinwendung und Wanderung. Der Hadsch ist die große Pilgerfahrt nach Mekka. Wer sie erlebt hat, darf sich Hadschi nennen und genießt großes Ansehen. Die Pilgerfahrt ist die fünfte der fünf Säulen des Islam. Einmal im Leben sollte ein gläubiger Moslem die Pilgerfahrt nach Mekka antreten.

Die Hadsch ist übrigens gerade in vollem Gange. Mehr als zwei Millionen Muslime pilgerten gestern auf den Berg Arafat, 25 Kilometer östlich von Mekka, welcher auch «Berg der Vergebung» genannt wird. Dort sprachen sie Gebete, baten Gott um Vergebung und meditierten. Es ist einer der Höhepunkte der Pilgerfahrt.

Nach der Ankunft in Mekka stimmt sich der Gläubige in der Regel durch verschiedene Handlungen auf die Pilgerfahrt ein. Er legt seine eigene Alltagskleidung ab und zieht Pilgerkleidung an. Für Männer besteht sie aus zwei weißen Leinentüchern, von denen eines um die Hüften geschlungen und das andere um den Oberkörper gebunden wird. Für Frauen gibt es keine besonderen Gewänder. Sie tragen aber ebenfalls meist weiße Kleidung. Schmuck und Parfüm sind während des Hadsch verboten. Außerdem muss der Pilger sich durch rituelle Waschungen, Haare und Nägel schneiden in einen Weihezustand (arab. Ihram) bringen. In diesem Zustand darf er sich auch nicht streiten, generell hat er alle Handlungen zu vermeiden, die seinen Weihezustand aufheben könnten.

Zum Hadsch gehören wichtige Riten. Im Jahre 632 n. Chr. pilgerte der Prophet Mohammed nach Mekka. Die Riten, die er bei dieser Wallfahrt vollzogen hat, gelten bis heute als verbindlich für alle Pilger.

Ein zentraler Punkt neben dem Gang zum Arafat ist die rituelle Steinigung des Teufels. Hierzu werden Steine auf eine Wand mit hohen Mauern und konkaven Wänden, die «Dschamarat al-Aqaba», geworfen. Die Anzahl der Steine hat immer mit der Zahl sieben zu tun oder ist ein Vielfaches davon. Danach schneiden sich die Pilger die Haare oder zumindest eine Strähne ab, was den Anfang eines neuen Lebensabschnittes symbolisieren soll. Später wird ein Opfertier geschlachtet.

Dann kehren die Pilger zurück nach Mekka und umkreisen siebenmal die Kaaba entgegen dem Uhrzeigersinn. Anschließend wird ein ebenfalls siebenmaliger Lauf zwischen den Hügeln Safa und Marwa vorgenommen.

Durch die rituellen Handlungen reinigen sich die Pilger von ihren Sünden und Fehlern und kehren fast wie neugeboren in ihre Heimat zurück.

Während des Hadsch ist das Betreten der heiligen Stätten um Mekka und besonders im Bereich der Kaaba für Nicht-Moslems strengstens verboten.

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