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Von «Hamam» bis «Hisbollah»

Was will die Hamas, und welche Bedeutung hat die Hidschra für Muslime? Das lesen Sie heute in unserem Abc des Islam.

HAMAM: Das Hamam ist ein öffentliches Bad. Die rituelle Reinigung spielt in der islamischen Lehre eine große Rolle, da nur in diesem Zustand gebetet werden darf. Gleichzeitig ist das öffentliche Bad ein sozialer Treffpunkt. Es gibt spezielle Männer- und Frauenbäder oder auch unterschiedliche Tage und Zeiten, an denen nur Männer oder nur Frauen baden dürfen.

HAMAS (Harakat-al-Mukawma al-Islamija): Die „Islamische Widerstandsbewegung“ ist aus dem palästinensischen Zweig der Moslembruderschaft (MB) entstanden, 1987 wurde sie im Zusammenhang mit der ersten Intifada von Scheich Ahmed Jassin gegründet. Ziel dieser Gruppe ist die komplette Islamisierung der Gesellschaft.

Die Hamas will die Einrichtung eines Gottesstaates in Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer. Israel soll nach den Vorstellungen der Hamas vernichtet werden. Das Land wird von der Gruppierung sowieso nicht als Staat anerkannt, sondern als zionistisches Gebilde, das aus den Händen des Feindes zurückerobert werden muss.

Die Hamas ist die größte islamische Bewegung im Gaza-Streifen. Sie verübt viele blutige Anschläge auf Israelis in Israel und in den besetzten Gebieten. Die Popularität der Hamas in der arabischen Gesellschaft beruht auf dem weit verzweigten Netz an karitativen Einrichtungen, mit denen sie Bedürftige unterstützt, und den vielen sozialen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten, die sie unterhält. Bei den Wahlen zum palästinensischen Parlament im Jahr 2006 ging Hamas als Sieger hervor.

In den USA, der Europäischen Union und Israel wird sie als Terrororganisation eingestuft, ihr militärischer Kampf mit den „Izz al-Din al-Qassam-Brigaden“, zeichnet sich vor allem durch Terroranschläge und Selbstmordattentate aus.

HIDSCHRA: Die Hidschra bezeichnet die Auswanderung des Propheten Mohammed von seiner Heimatstadt Mekka zur Oase Yatrib (später Medina), die er am 24. September erreichte. Von da an beginnt die islamische Zeitrechnung, wobei der Beginn der Zeitrechnung auf den 16. Juli 622, den ersten Tag des Mondjahres, festgelegt wird. Die Zeitrechnung erfolgt seitdem „nach der Hidschra“ (n. H.). Das Jahr 622 n. Chr. ist also in der islamischen Zeitrechnung das Jahr 1 n. H. Die islamische Zeitrechnung erfolgt in Mondjahren, die nur 354 Tage zählen.

Die Hidschra ist deswegen so wichtig, weil es sich nicht einfach nur um eine normale Auswanderung handelt, sondern für Mohammed auch einen Bruch mit seiner Familie, dem gesamten Clan bedeutet. Hinzu kommt die Bildung einer völlig neuen Gemeinschaft, der Umma, der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Hidschra teilt somit die Zeit in zwei völlig unterschiedliche Abschnitte ein – erst nach der Hidschra beginnt die Zeit des Islam.

HISBOLLAH (Hizb Allah): Der Begriff „Partei Gottes“ ist eine Bezeichnung aus dem Koran für moslemische Gläubige, denen der Sieg über die „Partei des Teufels“ versprochen wird. Als Hisbollah, „Partei Allahs“, bezeichnet sich eine politische Organisation und Miliz, die 1982 im Libanon während des Bürgerkrieges aus einer paramilitärischen Bewegung entstand. Mehrere schiitische Gruppen haben sich dazu zusammengeschlossen. Sie hat gegen die Besetzung des Süd-Libanon durch Israel gekämpft. Auch diese Gruppe unterstützt Bedürftige und Arme mit ihren Hilfseinrichtungen. Die Hisbollah hat als eine der ersten Organisationen Selbstmordattentate als Teil der militärischen Strategie benutzt. 2005 trat die Hisbollah mit Erfolg bei den Parlamentswahlen an. Derzeit stellt sie zwei Minister in der libanesischen Regierung der nationalen Einheit.

Mit dem eigenen Fernsehsender „Al-Manar“ besitzt die Hisbollah ein Medium, um sich der Öffentlichkeit nach eigenen Wünschen zu präsentieren. Die Hisbollah ist im Libanon politisch aktiv und ein Teil der Regierung. Die Miliz der Hisbollah ist die stärkste militärische Kraft im Libanon. In der EU, den USA und in Israel wird sie als terroristische Organisation angesehen.

LESERFRAGE von Dieter Barz, Oberursel: Bitte erklären Sie die Begriffe „halal“ und „haram“ als Speisegebote. Haram bedeutet verboten, halal erlaubt. Das gilt für unterschiedliche Lebensbereiche, auch für Speisen und Getränke. Im Koran und in der Sunna ist genau festgelegt, welche Nahrungsmittel bzw. welche Art der Zubereitung für gläubige Moslems erlaubt ist. Verboten ist demnach Schweinefleisch, Fleisch von Raubtieren bzw. Fleischfressern und Aas. Andere Tiere müssen ausgeblutet, geschächtet sein. Ein erwachsener Muslim muss dem Schlachttier, das nicht betäubt werden darf, die Kehle durchschneiden. Dabei soll er sich gen Mekka wenden, Allah anrufen und ein geschärftes Messer benutzen, damit das Tier nicht unnötig leiden muss. Dann muss das geschlachtete Tier völlig ausbluten, damit das Fleisch „halal“ ist. Verboten, also „haram“, ist jede Form von Alkohol.

KORREKTUR: Bei der Erklärung des Begriffs Fatwa hat sich ein Fehler eingeschlichen. Dort hieß es, meist werde das islamische Rechtsgutachten „von einem Mufti oder einem Ayatollah erstellt, beides Rechtsgelehrte der Sunniten“. Der Ayatollah ist in Wirklichkeit ein Rechtsgelehrter der Schiiten, die Sunniten erkennen ihn nicht an. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen.

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