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Von «Himmel» bis «Hölle»

In diesem Teil unserer Serie befasst sich Bruder Paulus mit zwei scheinbar gegensätzlichen Begriffen.
Was bedeutet schon Unendlichkeit? Foto: dpa Foto: Nasa /esa/ Handout (epa Nasa) Was bedeutet schon Unendlichkeit? Foto: dpa

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Himmel: Dass über uns der Himmel ist, weiß jedes Kind. Doch schon die ersten Sachbücher klären uns darüber auf: Hinter dem Himmel gibt es die Sterne, und dazu einen (?) Weltraum, den man sich nicht vorstellen kann. Denn was bedeutet schon «unendlich» und «ewig»? Selbst der sogenannte Urknall ist kaum vorstellbar . . .

Wer «Himmel» mit «unvorstellbar» zusammendenkt, kommt dem Anliegen dieses Bildwortes schon sehr nahe. Wer sagt, Gott sei im Himmel, respektiert: Gott bleibt unvorstellbar. Trotzdem: Dass im Himmel Gott wohnt, die Engel singen, die Seele des Menschen weiterlebt – darin sind sich die drei Weltreligionen einig. Für Christen bedeutet «Himmel» noch mehr. Für sie ist der Himmel zum Einen die Liebe, für die Jesus die Menschen aufgeschlossen hat, und zum anderen die Liebe, die Gott für den Menschen eingesetzt hat durch die Menschwerdung seines Sohnes. In der Liturgie der katholischen Kirche heißt es: «Denn einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen. Dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch, und wir sterbliche Menschen empfangen in Christus dein göttliches Leben.» Gott und Mensch gehören zusammen, Schöpfer und Schöpfung sind kein Widerspruch mehr, Gottes Wille geschehe «wie im Himmel so auf Erden».

Hölle: Ort absoluter Gottferne. In einer Zeit, als der Himmel oben gesehen wurde, stellte man sich die Hölle irgendwie unten vor. Man verband sie mit Enge und Qual. Dort regiere laut Zeugnis einiger nichtbiblischer früher Schriften der Christenheit der Teufel, ein abgefallener Engel, Gegenspieler Gottes. Und Gott wurde gedacht als jemand, der einen in die Hölle verstoßen kann.

Diese mythischen Vorstellungen feiern gerade wieder fröhliche Urständ in allerlei angsterregenden Teufelskulten. Mit dem Christentum haben sie nichts zu tun, wenngleich es Überlieferungstraditionen gibt, die sehr mit der Hölle gedroht haben und viel Angst ausgelöst haben. Fakt ist: Im Glaubensbekenntnis heißt es ausdrücklich, Jesus sei sterbend hinabgestiegen in das Reich des Todes. Damit ist gemeint: Sein Leben kam bis in die gottfernste Ecke der Welt. Folge: Auch dort ist Erlösung angeboten. Freilich wird niemand gezwungen, das Angebot Gottes anzunehmen. Darum gilt: Die Hölle macht man sich, sei es hier oder auf ewig, meistens selber. Und lässt die anderen mit darunter leiden.

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