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Von «Intifada» bis «Kalif»

Was bedeutet Islamismus? Wer beendete das letzte Kalifat? Und was ist ein Kalif überhaupt? Diese und noch mehr Antworten liefert unser Abc des Islam.

Was bedeutet Islamismus? Wer beendete das letzte Kalifat? Und was ist ein Kalif überhaupt? Diese und noch mehr Antworten liefert unser Abc des Islam.

INTIFADA: Das arabische Wort bedeutet loswerden, abschütteln. Als Intifada wird der Aufstand der palästinensischen Befreiungsbewegung gegen die israelische Besatzungsmacht im Gaza-Streifen und im Westjordanland bezeichnet. Ziel der Intifada ist die Einrichtung eines Palästinenserstaates. Von 1987 bis 1994 dauerte die erste Intifada. Sie führte zur palästinensischen Selbstverwaltung. Die zweite Intifada begann im Jahr 2000, als der israelische Politiker Ariel Scharon auf dem Tempelberg Jerusalem die ungeteilte Hauptstadt Israels proklamierte.

ISLAMISMUS: Der Islamismus ist eine extremistische Ideologie, die die westlichen Wertevorstellungen komplett ablehnt und das Ziel verfolgt, eine gesellschaftliche, rechtliche und staatliche Ordnung auf der Grundlage einer fundamentalistischen oder konservativen Auslegung des Islam zu errichten. Ziel ist die Schaffung eines «islamischen Staates». Für die islamistischen Bewegungen gilt Gewalt als probates Mittel, ihre Ziele durchzusetzen, und sie planen gezielte Aktionen.

JERUSALEM (Al-Kuds, die heilige Stadt): Nach Mekka und Medina ist Jerusalem die drittheiligste Stadt der Moslems. Von dem Felsen mitten in der Stadt soll Mohammed einst auf seinem Wunderpferd Burak in den Himmel geritten sein. Und auf genau diesem Felsen sollte Abraham seinen Sohn Ismail opfern. Über dem Felsen wurde der Felsendom errichtet, daneben steht die bekannte Al-Aksa-Moschee.

JESUS (Isa): Jesus wird im Islam als «Geist Gottes» und Messias bezeichnet. Die Vorstellung, dass Jesus der Sohn Gottes sein könnte, ist den Moslems jedoch völlig fremd. Er gilt im Islam als Prophet.

KAABA: Der schwarze Würfelbau im Hof der Moschee von Mekka ist das zentrale Heiligtum des Islam. Der 15 Meter hohe Bau wird von schwarzen Tüchern, der «Kiswa» bedeckt, auf denen Koranverse aufgestickt sind. Die etwas kürzere Seite misst zehn Meter, die Fassadenseite ist zwölf Meter lang. In der Fassade befindet sich auf zwei Metern Höhe über dem Boden eine Tür, die nach Nordosten gerichtet ist, und durch die man ins Innere der Kaaba gelangen kann. In die Ostkante ist der berühmte schwarze Stein, wahrscheinlich ein Meteorit, eingelassen.

Den schwarzen Stein soll der Prophet Mohammed selbst bei einer Renovierung der Kaaba kurz vor der Verkündung des Islam in seiner Kleidung hineingetragen und damit Streitigkeiten unter den Mekkanern beendet haben.

In der vorislamischen Zeit war die Kaaba bereits ein heiliger Ort, hier wurden in erster Linie drei Göttinnen verehrt. Bereits damals war sie Ziel von Wallfahrten. Nach Ansicht der Moslems ist es Abraham gewesen, der die Kaaba errichtet hat.

Mohammed entfernte über 300 Götzenbilder und erklärte die Kaaba zum islamischen Heiligtum sowie zur Gebetsrichtung der Moslems. Die Kaaba gilt als «das erste Haus Gottes auf Erden». Kurz vor der Pilgerzeit wird die Kaaba jedes Jahr gewaschen und mit einem weißen Überzug bedeckt. Am Ende der Wallfahrt erhält sie einen neuen Überzug aus schwarzem Brokat.

KADI: Der Kadi ist ein Richter nach islamischem Recht. Seine Urteile beruhen auf der genauen Beachtung des religiösen Rechts. Heute steht er meist in Konkurrenz zu den Richtern, die im staatlichen Recht ausgebildet wurden.

KALIF (Halif): Bedeutet eigentlich Stadthalter, Stellvertreter und bezeichnet einen islamischen Herrscher. Ein Kalif war früher sowohl Richter als auch militärischer Oberbefehlshaber. Er war gleichzeitig Leiter der Umma, der Gemeinschaft der Gläubigen als Nachfolger des Propheten nach dessen Tod und Oberhaupt des Kalifenreiches.

Die ersten vier Kalifen werden als «rechtgeleitete» Kalifen bezeichnet. Es sind: Abu Bakr (632-634), Omar Ibn al-Khattab (bis 644), Uthman (bis 656) und Ali (bis 661). Sie besaßen ein hohes Ansehen in Fragen der Religion und der islamischen Rechts- und Lebensordnung.

Die Stellung des Kalifen hat im Laufe der Geschichte Veränderungen durchlaufen. Denn das Kalifat wurde zu einer wirklichen Herrschaftsform, wobei die wirtschaftliche, politische und militärische Macht in den Händen des Kalifen lag. Ihre religiöse Autorität nahm dann jedoch ab.

Der Kalif hatte die Pflicht, das islamische Herrschaftsgebiet zu bewahren oder sogar zu vergrößern sowie die islamische Rechtsordnung zu sichern. Das Kalifat wurde 1924 abgeschafft. Mustafa Kemal, bekannt als «Atatürk» (Vater der Türken), beendete das letzte Kalifat der Osmanen.

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