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Von «Maria» bis «Märtyrer»

Der bekannte Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte verfasst für uns das Abc des Christentums. Heute geht es um Jesus’ Eltern und die Frage, ob sie wirklich ein Paar waren. Außerdem ist die Christen-Verfolgung Thema.
Die heilige Familie Josef, Maria mit dem heiligen Kind. Die heilige Familie Josef, Maria mit dem heiligen Kind.

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Maria und Josef: Die Mutter Jesu und ihr Ehemann, wie evangelische Christen sagen. Katholiken sagen: Josef war der «Bräutigam» Mariens. Sie beziehen sich auf ein Dogma von der Gottesmutterschaft Mariens aus dem 5. Jahrhundert und bekennen, sie sei immer Jungfrau geblieben. Josef habe sie daher nicht «erkannt», habe nie mit ihr Geschlechtsverkehr gehabt und somit die sprichwörtlich gewordene Josefsehe mit ihr geführt.

In der Bibel ist aber durchaus auch von den «Brüdern» Jesu die Rede, wobei sich die Experten streiten, ob damit wirklich die leiblichen Geschwister Jesu gemeint sind oder nicht doch eher entfernte Verwandte.

Fakt ist: Es gibt kein Zeugnis über Josef außerhalb der Bibel, und was in ihr von Josef und Maria erzählt wird, ist nicht objektiv, sondern steht ganz im Dienst der Verkündigung über Jesus: Er sei der neu geschaffene Mensch, «nicht aus dem Willen des Mannes» (Johannes 1,18), sondern aus Gott geboren. Katholische und orthodoxe Christen folgern daraus, dass Maria und Josef nicht die natürlichen Eltern Jesu sind.

Märtyrer: Schon die ersten Christen stießen in ihrer Umgebung auf Widerstand. Sie wurden damals und werden heute für eine Bedrohung gehalten, teils der politischen Verhältnisse, teils herrschenden religiösen oder ethischen Meinung. Wer wegen seines Glaubens sogar getötet wird, heißt Märtyrer. Selbstmordattentäter sind keine Märtyrer, da sie zwar sich und vor allem viele andere töten.

In der Geschichte der Kirche hat es Zeiten gegeben, in denen offizielle kirchliche Stellen Andersdenkende selber verfolgt haben oder verfolgen ließen. Bitter, dass die Kirche mitgewirkt hat an deren Ermordung und sie damit in gewisser Weise auch zu Märtyrern gemacht hat, zu Märtyrern des anderen Denkens.

Heute sind 80 Prozent der über 200 Millionen religiös verfolgten Menschen weltweit Christen. Im vergangenen Jahr wurden zum Beispiel allein vierundzwanzig katholische Priester oder Ordensleute getötet.

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