Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Von «Messe» bis «Messias»

Der bekannte Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte verfasst für uns das Abc des Christentums. Heute geht es auch um die politischen Erwartungen an Jesus.
Ein Bischof hält während einer katholischen Messe ein Kreuz in den Händen. (Symbolbild) Foto: Peter Kneffel (dpa) Ein Bischof hält während einer katholischen Messe ein Kreuz in den Händen. (Symbolbild)

Messe: Der landläufige Name für die Eucharistiefeier. An deren Ende heißt es in der lateinischen Fassung der Texte der Messe: Ite, missa est (wörtlich: Geht, es ist Sendung), als wollte man damit sagen: Raus mit euch, tut jetzt im Alltag, was ihr hier gefeiert habt! Da es bis vor 50 Jahren nur diese lateinische Textfassung gab, haben die Leute das letzte Wort der Messe behalten und den ganzen Gottesdienst damit benannt.

In der deutschen Fassung der Texte der Messe heißt es heute am Schluss: Gehet hin in Frieden. Das ist zusammengesetzt aus zwei Sätzen Jesu: Gehet hinaus in die ganze Welt und verkündet den Menschen das Evangelium! und: Meinen Frieden gebe ich euch!

Messias: Gottgesandte Erlösergestalt einer Religion. Im Judentum hat sich vor allem mit der Erfahrung des Propheten Elija etwa ab dem 6. Jahrhundert vor Christus der Glaube gebildet, es würde ein Messias kommen. Damit verband man meistens die politische Vorstellung, er werde dem Volk der Juden Wohnrecht im von Gott verheißenen Land Kanaan geben, rund um Jerusalem.

Zur der Zeit Jesu gab es mehrere Personen, denen man zutraute, ein solcher Messias zu sein. Jesus hatte alle Hände voll zu tun, solche politischen Erwartungen an ihn zurückzuweisen. Christen sehen in ihm den Messias, welcher der ganzen Menschheit zwar Wohnrecht erwirkt, aber im „Land“ des Himmels durch seinen Sühnetod am Kreuz.

Dennoch besetzten Christen im Laufe der Geschichte Länder – wenn auch nicht im Namen Jesu, so doch mit Bezug auf Gottes Länder. So wird Amerika „Gods own country“ – Gottes eigenes Land – genannt, was noch die messianische Heilserwartung ahnen lässt, die mit der Landnahme dort verbunden war.

Zur Startseite Mehr aus Themen von A bis Z

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz

© 2017 Frankfurter Neue Presse