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Von «Mission» bis «Mönch»

Im heutigen Teil unseres Abc des Christentums geht es um Missionierungen, die oft auf Zwang und Gewalt herausliefen.
Königstein,Kreuz Werenfriedplatz Foto: Jochen Reichwein Königstein,Kreuz Werenfriedplatz

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Mission: Zu Deutsch: Sendung. Gemeint ist der Auftrag des auferstandenen Jesus, der in verschiedenen Variationen in der Bibel steht: Geht hinaus in alle Welt und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Was sich wie eine autoritäre Anweisung anhört, ist eigentlich nichts anderes als literarischer Ausdruck des «Zwanges», der auf denen liegt, die eine beglückende Erfahrung mit Jesus Christus gemacht haben: Sie müssen davon erzählen! Und wenn Jesus will, so muss man weiterdenken, wird er dem einen oder anderen aufgehen lassen, was Christentum bedeutet.

Im Laufe der Geschichte hat dieses «Missionieren aus Begeisterung und Liebe» stark gelitten unter dem «Missionieren, weil wir die Besseren» sind. Es wurde verknüpft mit beschämenden «Missionsmethoden», oft mit politischen und wirtschaftlichen Interessen verknüpft, die am Ende auf die Unterdrückung von Menschen hinausliefen. Die großen Kirchen distanzieren sich heute ausdrücklich davon. Allerdings darf man auch nicht die Verdienste der christlichen Mission vergessen. Hundertausende von Missionarinnen und Missionaren haben unentgeltlich unter größten Entbehrungen viel Gutes getan.

Mönch: Der «monachos» (griechisch, der Alleinlebende) glaubt sich so von Gott berührt, dass er nur noch geistlich leben will. Der Mönch oder, weiblich, die Nonne zieht sich zum Gebet zurück und lebt in Klöstern: abgeschirmte Wohn- und Lebensräume, in denen alles dem Rhythmus von Beten und Arbeiten unterworfen wird. Letztlich will dort jeder für sich sein; das Leben mit den anderen dient der gegenseitigen Hilfe zum Alleinleben mit Gott.

Diese Lebensform gibt es in allen Religionen. Sie ist meistens mit der Lebensform der keuschen Ehelosigkeit, der persönlichen Besitzlosigkeit und der Unterordnung des eigenen Willens zugunsten der Gemeinschaft oder eines Oberen verbunden: Christliche Mönche und Nonnen stellen sich dabei vor, sie lebten auf diese Weise ganz intensiv die gleiche Lebensform wie Jesus.

Erst im 13. Jahrhundert hat Franziskus von Assisi dieser Art von Mönchtum eine Alternative zur Seite gestellt: kein Kloster haben, statt in ein Kloster in eine Gemeinschaft eintreten, sich nicht zurückziehen, sondern auf die Menschen zugehen und wenn schon ein Kloster, dann ein kleines und das mitten in der Stadt.

Wir Kapuziner in Liebfrauen berufen uns auf Franziskus. Wir sind keine Mönche, sondern einfach Ordensbrüder.

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