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Von «Moral» bis «Nonne»

Glaube und Naturwissenschaft: Unser Autor Bruder Paulus geht auf lexikalische Spurensuche.

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Moral: Während Ethik das Nachdenken darüber ist, was Werte sind und Tugenden, beschäftigt sich die Moral damit, was das für den Alltag bedeutet. Das Wort kommt aus dem Lateinischen: mores, die Sitten. Ein moralischer Mensch ist einer, der sittlich handelt, d.h. den Werten entsprechend. Er lebt tugendhaft, wahrt Anstand und hat ein feines Gespür für seine Mitmenschen. Ihm ist das Wohl des Nächsten wichtig und, wenn er gläubig ist, achtet er Gott aktiv, ja liebt ihn und pflegt dafür auch religiöse Rituale. Die Moralphilosophie untersucht die Sitten und Gebräuche einer Gesellschaft danach, welche Ethik ihr zugrunde liegt, und überlegt sich, was es noch zu tun gibt oder was man darin lieber lassen sollte. Die Moral der Christen leitet sich vor allem vom Handeln Jesu ab: Wie Jesus ganz von Gott her Welt und Menschen sah und entsprechend handelte, so wollen das auch die Christen. Die Moraltheologie sucht danach, welche Ethik in den Handlungsanweisungen der biblischen Zeit steckt und wie man sie für die heutige Zeit formulieren muss.

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Naturwissenschaft: Solange Naturphänomene göttlichen Zauber hatten, konnten sie von den Menschen nicht untersucht werden. Erst die Entwicklung des Glaubens an einen persönlichen Gott entzauberte die Welt: Jetzt konnte man den Ahnenbaum fällen, einen Heiligen Berg besteigen und vieles mehr. Glaube und Naturwissenschaft sind kein Gegensatz, der Glaube ist nicht nur unvernünftig, Naturwissenschaft nicht nur vernünftig. Sie sind zwei verschiedene Dimensionen, die Welt zu begreifen. Sie brauchen sich gegenseitig. So muss man naturwissenschaftlichen Behauptungen letztlich glauben (!), nämlich so lange, wie sie nicht widerlegt worden sind. Und dann muss man diesen Widerlegungen wieder – glauben. Ohne das gläubige Vertrauen, dass trotz all dieser Unsicherheit in der Erkenntnis es doch etwas Sicheres zu sagen gibt, kommt keine Wissenschaft voran. Der Mathematiker Blaise Pascal hat es so ausgedrückt: «Das Herz hat Gründe, die der Verstand nicht kennt.» Umgekehrt helfen die Naturwissenschaften, den Glauben an Gott zu unterscheiden von der Verbiegung von Tatsachen, dem Schönreden der Wirklichkeit oder dem kruden Annehmen von Unglaublichem.

 

Es gibt viel mehr Ordensfrauen als Ordensmänner. Schwestern, die ein Leben lang in einem Kloster leben und nicht den Lebensort wechseln, heißen Nonnen. Alle anderen Ordensfrauen heißen «Schwester». Eine Nonne wird allerdings auch mit «Schwester. . .» angesprochen.

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