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Von «Muezzin» bis «Mullah»

Wir erklären Ihnen den Islam: Unser Lexikon zur Weltreligion handelt heute unter anderem vom Muezzin.

Wir erklären Ihnen den Islam: Unser Lexikon zur Weltreligion handelt heute u. a. vom Muezzin.

MUEZZIN (arab. Mu’addin): Ein Muezzin ruft die Gläubigen fünfmal am Tag zu festgelegten Zeiten zum Gebet. Der Ruf erfolgt auf Arabisch, der heiligen Sprache des Koran. Durch den Ruf sollen die Gläubigen an die Gebetszeiten erinnert und in die Moschee gerufen werden.

Der Wortlaut ist immer gleich und beginnt mit «Allahu akbar» (Gott ist groß). Ein Muezzin ist kein Geistlicher, daher kann unter besonderen Umständen auch ein anderer Gläubiger diese Funktion ausüben. Der erste Muezzin in der Geschichte des Islams war der freigelassene Sklave Bilal, ein Äthiopier, der dem Propheten Mohammed besonders nahestand. Dieser hatte ihn wegen seiner besonders kräftigen Stimme für dieses Amt ausgewählt.

Oft wurden auch Blinde als Muezzin eingesetzt, da diese nicht vom Minarett aus in die Höfe und Dachgärten blicken konnten. Ein Muezzin kann für die Ausübung seiner Tätigkeit hohen Lohn erwarten. Denn: «Wer dieses Amt ausübt, der wird vom Höllenfeuer errettet werden», das verspricht der Prophet Mohammed.

MUFTI: Das arabische Wort bedeutet «Entscheider». Ein Mufti ist ein Rechtsgelehrter der Sunniten und damit ein Kenner des Korans, der Hadithe und der Scharia. Er kann eine Fatwa (Rechtsgutachten) ausstellen und dieses entsprechend begründen. Es gibt vier Rechtsschulen, auf die er sich berufen kann: Hanafiten, Hanbaliten, Malikiten und Schafiten.

MULLAH (von arab. Maula, «Meister»): Ein Mullah ist ein islamischer Rechtsgelehrter niederen Ranges in der schiitischen Hierarchie. Es gibt keine festgelegte Ausbildung zum Mullah, daher wird der Titel für jede Form des schiitischen Theologen benutzt. Er kennt sich in der Religion so weit aus, dass er sein Wissen anderen vermitteln kann. Sein Zuständigkeitsbereich umfasst die religiöse Erziehung, und er übernimmt rituelle Funktionen wie Gebet und Eheschließungen. Außerdem wird der Titel «Mullah» als Ehre bekundender Namenszusatz bei Geistlichen verwandt.

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