Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Von «Scharia» bis «Sunna»

Die Scharia gestaltet das Leben und Handeln der Moslems. Manchmal nimmt die islamische Rechtsordnung drastische Ausmaße an.

Die Scharia gestaltet das Leben und Handeln der Moslems. Manchmal nimmt die islamische Rechtsordnung drastische Ausmaße an.

SCHARIA (arab. Sari´a): Das Wort steht im Deutschen für Weg, Pfad. Die Scharia ist die islamische Rechts- und Lebensordnung. Grundstock sind die medinensischen Suren im Koran. Die Scharia ist kein festgelegter Kodex, sondern bildet mit dem Koran und der Sunna die Grundlage, um das Leben und Handeln der Moslems zu gestalten. Sie umfasst alle religiösen, politischen, sozialen und gesellschaftlichen Aspekte des Lebens.

In einigen Ländern wie Saudi-Arabien, Oman, Pakistan, Afghanistan oder im Iran gilt die Scharia so gut wie uneingeschränkt. Politik und Religion sind hier nicht getrennt. Das umfasst auch die drastischen Strafen wie das Abtrennen von Gliedmaßen oder Steinigungen bei Ehebruch.

Das islamische Recht ist für die Moslems eine Pflichtenlehre, wobei die Handlungen in fünf verschiedene Kategorien eingeordnet werden können:

1. Geboten (arab. Fard): Die Handlung wird belohnt, ihr Unterlassen bestraft.

2. Verboten (Haram): Die Handlung wird bestraft, ihr Unterlassen belohnt.

3. Empfohlen (Mustahab): Die Handlung wird belohnt, das Unterlassen nicht bestraft.

4. Missbilligt (Makruh): Die Handlung wird nicht bestraft, das Unterlassen wird belohnt.

5. Zugestanden (Mubah): Weder die Handlung noch ihr Unterlassen werden belohnt oder bestraft.

SCHIITEN: Die Schiiten haben sich nach dem Tod Mohammeds von den Sunniten abgespalten. Während die Sunniten die vier rechtgeleiteten Kalifen anerkennen, ist für die Schiiten Ali, Vetter und Schwiegersohn Mohammeds, der einzig wahre Nachfolger als Kalif und Anführer der Umma, der Gemeinschaft der Gläubigen nach dem Tod des Propheten. Die Gläubigen gründeten die Schiat Ali, die Partei des Kalifen Ali Ibn Talib und gaben sich den Namen «Schiiten». Sie akzeptieren als Oberhaupt des Glaubens nur direkte Nachfolger des Propheten als legitime Imame, da ihrer Ansicht nach nur diese göttlich legitimiert sind. Die Schiiten unterscheiden sich durch ihr Rechtssystem von den Sunniten. Die Unterschiede in religiösen Ritualen sind gering. Die Schiiten bilden einen Anteil von zehn bis fünfzehn Prozent an der Gesamtanzahl der Moslems weltweit. Sie leben hauptsächlich im Iran und Irak.

SUNNA: Das Wort bedeutet «gewohnte Handlung, eingeführter Brauch». Für das wachsende Staatswesen des Islam reichten die Gesetzesvorschriften des Koran nicht aus, um das soziale und politische Leben zu regeln. So begannen die Moslems früh, die Taten des Propheten Mohammed aufzuschreiben. Denn sein Verhalten hatte für die Moslems Vorbildcharakter.

Zur Startseite Mehr aus Themen von A bis Z

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz

© 2017 Frankfurter Neue Presse