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Von «Sexualmoral» bis «Sünde»

Mit Sünde und Sexualmoral beschäftigt sich Bruder Paulus in diesem Kapitel.

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Sexualmoral: Der Mensch kann die Einheit von Körper, Geist und Seele, die er ist, nicht auftrennen. Alle drei Aspekte seiner Person fordern von ihm ein hohes Maß an Kultur: Frei ist, wer nicht tut, wonach ihm ist, sondern wer bedenkt, welche Pflicht aus seinem und des Nächsten Menschsein folgt. Wer sich geistig betätigt, wirkt auch auf den Körper und die Seele ein. Wer sich körperlich betätigt, beeinflusst den Geist und die Seele. Dies gilt auch für die Sexualität: Sie ist schön, wenn sie nicht Geist und Seele außen vor lässt. Die Sexualmoral macht dem Menschen einen Vorschlag, wie er nach dem Leben und der Lehre Jesu Intimität und Sexualität gestalten sollte. Einige Grundaussagen der katholischen Sexualmoral: Keiner kann etwas ungeschehen machen in seinem Leben; man sollte sich deshalb vor der Ehe tunlichst so verhalten, dass man es demjenigen später erzählen kann, den man heiraten wird. Jugendliche können das Ideal lernen, die Fähigkeit zur Liebe reifen zu lassen ihrem Alter gemäß; Sexualität kann mehr als alles oder nichts. Mann und Frau lernen sich mehr im Versagen als im Ausleben kennen. Die Anti-Baby-Pille führt zur Ungerechtigkeit in der Paar-Beziehung, denn nur die Frau muss die chemische Beeinflussung ertragen; darüber müssen die beiden zu einer Gewissensentscheidung kommen, die der Liebe angemessen ist.

Sünde: Das Wort kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie «absondern»: Wer sündigt, der sondert sich von Gott, von den Mitmenschen und auch von seinem innersten Wesen ab. Als Sünde wurde früher alles bezeichnet, was mit der Überschreitung eines Gebotes zu tun hat. Daher klingt das Wort sehr nach Gericht und nach Verurteilung. Und tatsächlich wurden auch die Sünden hintereinander aufgezählt, z. B. Todsünden wie Wut, Habgier, Hochmut, Völlerei, Neid, Trägheit und Wollust. Andere Sünden ergeben sich aus den zehn Geboten: Stehlen, den Sonntag nicht heiligen, Ehebruch begehen oder sich nicht um die altgewordenen Eltern kümmern. Es gab früher allerlei Vorschläge und Vorschriften, wie man von solchen Sünden wieder losgesprochen werden konnte. Diese Riten wie etwa die Beichte werden heute kaum noch praktiziert. Darin liegt einer der Gründe, warum heute kaum noch von Sünde gesprochen wird: Wir wissen nicht, wie wir als Menschen damit umgehen sollen. Man entschuldigt sich z. B. mit: Meine Eltern waren so; die Umstände zwangen mich zum Betrug; es war mir nicht mehr zuzumuten, dass … Wer so redet, sagt: Ich war nicht mehr frei. Woran man sieht, dass von der Sünde zu reden, vor allem meint: von der Freiheit des Menschen zu reden. Der Mensch ist frei, mit Gott, sich selber und Menschen in Einklang leben zu wollen oder – auf deren Kosten meistens – etwas Besonderes sein zu wollen.

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