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Von «Sufismus» bis «Tschador»

Der heutige Teil unseres Abc des Islam beschäftigt sich unter anderem mit Ordensmitgliedern, die sich in Trance tanzen, und Frauen, die sich verschleiern.

Der heutige Teil unseres Abc des Islam beschäftigt sich u.a. mit Ordensmitgliedern, die sich in Trance tanzen, und Frauen, die sich verschleiern.

SUFISMUS (arab. Sufiya): Der Orden der Sufis bildete sich im 12. Jahrhundert aus und ist bis heute in der ganzen Welt verbreitet. Der Name stammt von dem grob wollenen Mantel («suf»), den die Mitglieder getragen haben.

Der Orden ist geprägt von asketischen Tendenzen, einer spirituellen Ordnung und einer großen Nähe zur Mystik. Viele Sufis tanzen sich in Trance, um so zu höheren Erkenntnissen zu gelangen. Meditation gehört ebenso zu ihren häufigen Praktiken. Die meisten Sufis bewegen sich innerhalb des schiitischen oder sunnitischen Islams, es gibt jedoch auch andere Strömungen. Neben den Sufis, die in einer festen Gemeinschaft leben, gibt es auch freie Wanderderwische (pers. Derwisch, «Bettler»). Die Sufis betreiben oft Armenküchen und andere soziale Dienste.

SUNNITEN: 90 Prozent der Moslems sind Sunniten. Sie leben nach dem Koran und den von Mohammed überlieferten Handlungsweisen (Sunna), woher sie auch ihren Namen ableiten. Die Sunniten haben vier Rechtsschulen: Hanafiten, Mâlikiten, Shâfiiten und Hanbaliten. Sie sind anerkannte Institutionen für die Lehre und die Interpretation der prophetischen Tradition im sunnitischen Islam.

TALIBAN: Das arabische Wort Talib steht für Schüler, Student. Die Taliban sind eine Gruppe fundamental islamischer Milizen in Afghanistan. Der Name kommt daher, dass die Taliban viele Mitglieder aus den Koranschulen angeworben haben, die es an der afghanisch-pakistanischen Grenze gibt. Sie bildeten sich Anfang der 90er Jahre zu einer politischen und militärisch einflussreichen Gruppierung. 1995 wurden sie zur politisch führenden Fraktion in Afghanistan.

Da die Taliban nach den Terroranschlägen von 2001 Osama bin Laden, der sich mit seiner Organisation Al-Quaida (El Kaida) in Afghanistan aufhielt, nicht auslieferten, wurden sie von den USA und deren Verbündeten angegriffen u. besiegt, leisten aber bis heute Widerstand.

TSCHADOR: Der Tschador ist ein weites Tuch, das Haare und den gesamten Körper einhüllt und nur das Gesicht freilässt. Er wird vor allem im Iran getragen. Ein Schleier (arab. Hidschab) wird traditionell in vielen islamischen Ländern von Frauen und jungen Mädchen spätestens ab der Geschlechtsreife getragen. Dies gilt besonders bei der Anwesenheit von fremden, nicht der Familie zugehörigen Männern. Auch wenn die Frau das Haus verlässt, muss sie den Schleier anlegen.

Im Koran gibt es kein direktes Verschleierungsgebot; die Frau soll jedoch ihre Reize nicht zur Schau stellen (Sure 24, 31): Wie tief verschleiert die Frauen in der Gesellschaft auftreten, hängt von der Tradition ab. In einigen Ländern wie Afghanistan tragen die Frauen eine Burka, in der sie nur Sicht durch ein Stoffgitter haben.

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