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Von der Vogelburg ins Spielcasino

In unserer Serie mit Tipps für einen Ausflug betreten wir im erstem Teil den Taunus.
Fast 2000 Jahre haben sich die Spuren der Römer in Hessen gehalten. Deutlich sieht man im Taunus an manchen Stellen den Wall und den Graben des Limes. (Symbolbild) Bild-Zoom
Fast 2000 Jahre haben sich die Spuren der Römer in Hessen gehalten. Deutlich sieht man im Taunus an manchen Stellen den Wall und den Graben des Limes. (Symbolbild)

Am Beginn unserer Tour durch den Taunus stellt sich Frage: Ist es schon so weit mit dem Klimawandel gekommen, dass sich Federvieh aus tropischen Regionen im hessischen Mittelgebirge anzusiedeln beginnt? Mitnichten, aber ab und an überleben im Wohnzimmer gehaltene Papageien tatsächlich ihre Besitzer – sie werden manchmal sogar über 100 Jahre alt! Solchermaßen hinterlassene Aras, Kakadus und andere exotische Vögel finden in der ein neues Zuhause, fliegen hier frei herum und sind meistens alles andere als scheu. Den Namen Burg trägt das liebevoll gestaltete Areal zu Recht: Tausende Tonnen Naturstein geben der Anlage die Anmutung eines alten Gemäuers, das im Sommer von einer wahren Flut an Blüten erstrahlt.

Frische Luft macht hungrig, und so steht nach der ausgiebigen Vogelschau das Mittagessen auf dem Programm, und zwar bei niemand geringerem als dem ersten Deutschen Apfelweinsommelier Michael Stöckel. Der serviert in der Landsteiner Mühle zu jedem der zumeist hessischen Gerichte eine korrespondierende Apfelweinspezialität aus eigener Produktion oder der seiner Kollegen aus der Region. Die hier gereichten Portionen sind für gestandene Esser portioniert, wer sich jedoch genussvoll durch die Karte futtern will, der hat die Gelegenheit, halbe Portionen zu bestellen. Bier steht ebenfalls in allen Varianten auf der Karte.

Für den Fahrer natürlich ausschließlich alkoholfreies, denn jetzt geht’s weiter in den Hessenpark – ein Freilichtmuseum der Extraklasse: Mehr als 100 historische Gebäude aus vier Jahrhunderten wurden seit der Gründung des Ausstellungsgeländes in ihren Heimatorten ab-, im Hessenpark exakt wieder aufgebaut und entführen die Besucher seitdem auf eine spannende und informative Reise durch die Vergangenheit unseres Bundeslandes. Wer ein wenig Zeit mitbringt, den erwarten neben einem faszinierenden Spaziergang durch die Geschichte zahlreiche unterhaltsame Präsentationen von altem Handwerk sowie Ausstellungen und Führungen.

Ihr Magen meldet erst jetzt akute Unterversorgung? Kein Problem, im auf dem Gelände befindlichen Gasthaus «Zum Adler» wird rustikale und authentische Hessenkost serviert. Nach einer derart intensiven Dosis Kultur ist jetzt aber höchste Zeit für Wellness pur, und das selbstverständlich auf historischem Niveau: Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war Bad Homburg ein Magnet für Fürsten und reiche Kaufleute, die sowohl die Annehmlichkeiten der Kur, aber auch das Kasino schätzten. «Entspannen wie Könige» ist denn auch Leitspruch und Programm des im sehenswerten Kurpark gelegenen Spas. In den prachtvollen Räumen des historischen Kaiser-Wilhelm-Bades verbinden sich neueste Erkenntnisse aus Medizin und Wellness zur wohltuenden Einheit. Unterstützt wird die Behandlung durch Bad Homburger Heilton und Heilwasser, aber auch die hohe Kunst des einfachen Herumhängens und Entspannens kann man hier vortrefflich ausüben. Wem das nicht aufregend genug ist, der hat Gelegenheit, anschließend im Kasino sein Glück zu versuchen. Aber Vorsicht: Wir empfehlen zuvor die Lektüre von Dostojewskis «Der Spieler» zur moralischen Erbauung und Mahnung, denn der Hauptdarsteller der Story verliert im Verlauf der Handlung viel Geld . . .

Mehr Infos gibt es in dem neuen Reiseführer «Freizeit in Hessen», der ab sofort für 5,80 Euro am gut sortierten Kiosk erhältlich ist. Sie können ihn auch im Internet unter www.journalportal.de bestellen.

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