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Wer die neuen Gleise nutzt

Mit Detailkritik hat der unabhängige Gutachter die Pläne für den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn durchgewunken. Dass nur für die S 6 ausgebaut wird, glaubt das Aktionsbündnis weiterhin nicht.
Streitpunkt neue Gleise: Dass der Ausbau der Main-Weser-Bahn, hier Bauarbeiten vor drei Jahren in Okarben, nur der S 6 dient, glaubt das Aktionsbündnis nicht. Die Bahn erklärt daher das Vorhaben im Detail. Foto: Pfeiffer-Goldmann Streitpunkt neue Gleise: Dass der Ausbau der Main-Weser-Bahn, hier Bauarbeiten vor drei Jahren in Okarben, nur der S 6 dient, glaubt das Aktionsbündnis nicht. Die Bahn erklärt daher das Vorhaben im Detail. Foto: Pfeiffer-Goldmann

Wie die S-Bahnen der Linie S 6 unabhängig vom übrigen Verkehr zwischen Frankfurt und Friedberg fahren können, warum das nötig ist – ausgiebig hatte die Bahn jüngst in Karben erneut ihre Planungen für den viergleisigen Ausbau im Abschnitt von Bad Vilbel bis Friedberg dargelegt. Der unabhängige Gutachter Gerke Hoppmann bestätigte die Lärmschutzplanungen prinzipiell (die FNP berichtete).

Allein: Das Aktionsbündnis "Bahn-Ausbau nur anwohnerkonform naturverträglich erschütterungsfrei" mutmaßt unverändert, dass der Ausbau dem Güterverkehr, nicht aber der S-Bahn S 6 zu Gute komme. "Die Behauptung, die künftigen S-Bahn-Gleise würden aufgrund ihrer Höhe keinen Güterverkehr zulassen, ist schlichtweg falsch", sagt Michael Hub vom Aktionsbündnis. Er wundert sich, warum die neuen Gleise der leichten S-Bahn für eine Achslast ausgelegt seien, wie es nur für schwere Fernverkehrs-Güterzüge nötig sei.


Die S-Bahn, erklärt Norbert Wolf von DB Netze, werde künftig die bisherigen, alten Gleise alleine nutzen. Denn ihre Bahnhöfe liegen östlich der Strecke.

"Die neuen Gleise aber müssen weitgehend westlich der heutigen Strecke angebaut werden", um möglichst auf Feldern zu bauen statt in den Gärten von Häusern. Ergo: Die neu zu bauenden Gleise müssen für die schweren Fernverkehrszüge ausgelegt werden. Apropos "alleine nutzen": Im alltäglichen Betrieb, erläutert Wolf, werde es auf den S-Bahn-Gleisen keinen Mischbetrieb mit anderen Zügen geben.

"Darauf achtet der Zuwendungsträger pingelig", also das Land. Auch fehle Platz: Weil die Bahnsteige bald 96 Zentimeter hoch seien (für ebenerdigen Einstieg in die S 6) und Oberleitungsmasten und Lärmschutzwände aus Kostengründen näher an die S-Bahn-Strecke herangebaut würden, als dies bei der Fernbahn geschehe, könnten Güterzüge mit Überbreite nicht passieren.

Zudem fehlten Gleiswechsel-Möglichkeiten: Bloß in Frankfurt-West, Bad Vilbel und Friedberg sollen S- und Fernbahnstrecke miteinander verknüpft werden. "Nur im Havariefall könnte das mal für einen einzelnen Zug genutzt werden", erklärt Klaus Diel von der DB Netz. "Und eine Havarie ist ein großes Ereignis, keine Lokstörung oder so." dpg

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