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Der große Traum vom Fliegen
Luftsportclub bildet Jugendliche aus
Mario (15 Jahre) macht beim Fluglager des LSC Bad Homburg seine ersten Segelflüge. Fluglehrer Luc de Causmacker sorgt dafür, dass er sicher wieder landet. Foto: Pieren
Rund 30 Jugendliche verbringen zwei Wochen auf dem Segelflugplatz des LSC Bad Homburg, gelegen zwischen Obernhain und Neu-Anspach. Gemeinsam erleben sie Freiheit, Sport und Technik und erlernen vor allem das Segelfliegen.
Neu-Anspach/Obernhain. Die Plexiglaskuppel ist zugeklappt. Die Insassen blicken aus dem Schulungsflugzeug geradeaus auf die Startbahn, immer der Seilwinde entlang, bis hinüber zur Silhouette des Feldbergs. Für die 19-jährige Larissa aus Wehrheim ist es ein beruhigendes Gefühl, dass der erfahrene Fluglehrer Luc de Causmacker hinter ihr im Cockpit sitzt. Beim Ferien-Fluglager des LSC Bad Homburg steht ihr erster Segelflug an. Dann das Zeichen per Funk vom Tower, dass der Start freigegeben ist. Ein kurzer Ruck, und das Flugzeug saust, gezogen von der Winde, los. Nach knapp 20 Metern hat es bereits auf 70 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Aufwind greift unter die Flügel, und die ASK 13 hebt ab, beschleunigt im Steigflug auf über 100 Kilometer pro Stunde und klinkt in 350 Metern über Grund aus.
«Die letzten Minuten vor seinem ersten Start vergisst man nie mehr in seinem Leben», meint Konstantin Kraft. «Am 30. 7. 1996 habe ich hier meinen ersten Flug absolviert. Auf der gleichen Maschine, die wir auch heute noch für die Schulungsflüge im Einsatz haben.» Heute ist Kraft der stellvertretende Vorsitzende des Luftsportclubs und hat das diesjährige Fluglager organisiert. Dort kommen Flugschüler, Piloten, Fluglehrer und auch Gäste, die mal in den Sport hineinschnuppern wollen, zusammen.
Larissa hatte zum Geburtstag einen Mitflug in einer Motormaschine geschenkt bekommen. «Nach dem Flug mit der Propellermaschine war ich hin und weg und wollte einfach nur Fliegen lernen», berichtet die Flugschülerin. Die Ausbildung dauert rund zwei Jahre (siehe unten). Im Winter wird zusammen mit Flugschülern der befreundeten Segelsport-Clubs aus Riedelbach, Ober-Mörlen, Oberems und Butzbach Theorie gebüffelt. Mit dem Fluglehrer im Doppelsitzer lernt der Nachwuchs die Praxis.
Irgendwann kommt der erste Alleinflug. «Das ist so, als ob die Nabelschnur gekappt wurde», berichtet die 15-jährige Eileen aus Neu-Anspach. Im Mai 2009 wurde sie bei einem Gastflug in einem Segelflugzeug mit dem Virus Segelfliegen infiziert. Umgehend beantragte sie die Mitgliedschaft, und begann mit dem Flugunterricht. Am 9. August 2009 stand ihr erster Alleinflug an.
Zum Fluglager hat sie sich angemeldet, um die besondere Gemeinschaft des zweiwöchigen Camps mitzuerleben. Übernachten im Zelt, gemeinsames Kochen, Werkstattarbeit, Flugeinheiten, Pflege des Außengeländes und Windendienste stehen den Tag über an. «Ohne Teamarbeit geht beim Segelfliegen nichts», meint Fluglehrer Luc de Causmacker. «Doch beim Fliegen selbst ist jeder auf sich alleine gestellt. Diese Kombination ist gerade für Jugendliche eine wichtige Erfahrung in ihrer Entwicklung.»


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