Bad Camberg kommt groß raus

Tausende genossen einen herrlichen Großfastnachtszug

Tausende Menschen säumten die Straßen, allein 2000 Teilnehmer gab es beim Zug, 100 Nummern und fantasievolle Wagen, die monatelang teilweise so geheim waren, dass noch nicht einmal die engsten Familienmitglieder wussten, was es geben wird – die Bad Camberger Großfastnacht ist etwas Besonderes.

Von Petra Hackert

Bad Camberg. Kaum zu glauben: Prinz Florians Großvater Heinrich war einst Karnevalsprinz, dann vor 40 Jahren sein Vater Helmut. Letzterer gemeinsam mit Cambergia Irmgard, deren Nichte Christina nun an der Seite von Florian Cambergia ist. Florian I. und Christina Irmgard I. grüßten gestern die Narrenschar auf dem prall gefüllten Marktplatz. Alle kamen, um den Karnevalisten zu huldigen. Glanzvolles Finale der Großfastnacht zum 180. Geburtstag des Carnevalvereins Camberg, bei der der CVC wieder über seine Grenzen hinausgewachsen ist.

Pünktlich zum Zugbeginn hörten die Schnee- und leichten Hagelschauer auf, die Sonne brach sich bahn. Zeitweise strahlend blauer Himmel bescherte Teilnehmern und Zuschauern einen herrlichen Zug. 180 Jahre CVC – damit ist dies der mit Abstand älteste Karnevalsverein der Region. Nur alle fünf Jahre ist Großfastnacht. Dann werden die Wagenbauer aktiv wie sonst nie, und deshalb durften die Zuschauer gestern so herrliche Bauten wie das Piratenschiff "Fluch der CamBierik", das Kolosseum der Altstadtfüchse und die Burg ihrer Kontrahenten in der Bad Camberger Fastnacht, der Streibürger, erleben. Dabei gab es viel Liebe zum Detail: Die Altstadtfüchse hatten sogar ein selbstgebautes Katapult mit dabei, das Gummibälle verschoss, und kleine "Katakomben" eingerichtet, in denen natürlich auch die Streitburg-Gickel ihren Platz fanden. Dicht folgten den Römern die Gallier samt "Obelix" mit Hinkelstein, der auch schonmal an die Pforten des Kolosseums klopfte.

Viele hatten ihre "Häuser" mitgebracht, wie die Eskimos des CVC ihren Iglu, die Indianer ihr Zelt. Man muss es ja nicht gleich übertreiben, aber einer setzte noch eins drauf, und das ist der RSV Würges: Diesmal war es das "Tadsch Mahal", und Altpräses Karl Bermbach saß sogar auf einem fast echten Elefanten. Satire war angesagt beim Verein Historisches Camberg – oder wann wird es nun etwas mit der B-8-Umgehung? Witzig war auch das Dschungelcamp – gleich in mehreren Variationen. Erbacher Zebras, jede Menge Zigeuner, die Cambergia mit Hofstaat und Prinz, die leichte Konkurrenz von Weingott Bacchus bekamen – viel zu viel, um alles an dieser Stelle aufzuzählen. Vielleicht noch so viel: Der Niederbrechener MGV "Frohsinn" war mit von der Partie und nutzte die Gelegenheit, um kräftig Werbung für seinen 100. Geburtstag zu machen.

Die Organisatoren des CVC, das Team um Präses Martin Schütz, konnten jedenfalls zufrieden sein mit dem reibungslosen Zugablauf, zu dem viele Helfer beigetragen hatten – nicht zuletzt das städtische Ordnungsamt, Feuerwehr und DRK, die rundum im Einsatz waren. Denn es ist durchaus nicht einfach, Wagen in dieser Größenordnung so millimetergenau durch die Altstadt zu fahren.

Für die Gäste war das Ganze ein Genuss, den es übrigens heute noch einmal gibt. Warum soll man etwas Gutes nicht wiederholen, bei all der vielen Arbeit? Los geht es heute eine Stunde später, um 14.11 Uhr.

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