Kirchähr – für viele ein magischer Ort

Neuer Förderverein setzt sich für den Erhalt des Karlsheims ein und sucht Mitstreiter

Kirchähr – für viele Menschen im Bistum Limburg ist das Karlsheim im Gelbachtal ein ganz besonderer Ort, eine Oase.

Von Gundula Stegemann

Westerwald. Pfarrer i.R. Dieter Lippert, Bernd Schlösser und Hans Jung (von links) gehören zu den Mitinitiatoren, die einen Verein der Freunde und Förderer des Karlsheim Kirchähr aus der Taufe gehoben haben. Generationen von Jugendlichen wurden von dem Geist in Kirchähr geprägt. Damit dies so bleibt, haben sich engagierte Ehemalige im Juni des vergangenen Jahres, genau an Himmelfahrt, zusammengefunden und einen Verein gegründet, den Verein "Freunde und Förderer des Karlsheim Kirchähr", unter ihnen auch Hans Jung, Bernd Schlösser und der frühere Bezirksdekan, Pfarrer i.R. Dieter Lippert.

"Das erste Mal in Kirchähr war ich 1949", erzählt Hans Jung. Über die Pfadfinder habe er seine christliche Sozialisation erfahren – zunächst als Teilnehmer, später als Gruppenleiter. Nach seinem Studium der Sozialpädagogik sei er eigentlich jedes Jahr von Januar bis Ostern im Karlsheim und im Hildegardishof gewesen, auf Rüstzeiten für den Rheingau und Limburg. "Kirchähr hat mir selbst und auch anderen, die ich kenne, viel geben", erzählt er. Für seine Frau Ilse und ihn habe das Karlsheim auch eine besondere persönliche Bedeutung: Dort haben sie geheiratet, wie viele andere auch, und dort wurde in einer Osternacht ihr jüngster Sohn getauft. "Wir sind dankbar für das, was wir dort erleben durften und wollen ein Stück davon weitergeben." Andere Vorstandsmitglieder haben ähnliche Beziehungen zu Kirchähr wie Ilse und Hans Jung.

So sei auch das Motto des Fördervereins entstanden "Aus guter Erinnerung in Kontakt bleiben …". Auch Bernd Schlösser erinnert sich gern an die Zeit, die er im Karlsheim verbracht hat und möchte keinen dieser Tage in seinem Leben missen. Ende der 60er- , Anfang der 70er-Jahre war er Diözesanleiter des BDKJ und im Leitungsteam des Diözesanjugendlagers. Auch die Kartage hat er oft mit seiner Familie dort verbracht, erzählt er. "Kirchähr bietet eben einen Rahmen, der sich abhebt vom Leben in den Gemeinden." Pfarrer Dieter Lippert erzählt von seiner Zeit als Jugendpfarrer im Westerwald. Damals war auch er oft mit Jugendgruppen im Karlsheim. Auch heute, nach 30, 40 Jahren, werde er noch immer oft von früheren Teilnehmern darauf angesprochen: "Ich war doch mit dir in Kirchähr!", erzählt er.

Jugendliche Heimat

"Es ist ein magischer Ort für Kinder und Jugendliche aus der Region und darüber hinaus. Viele Jugendliche haben dort eine intensive Zeit erlebt. Für sie ist Kirchähr ein Begriff jugendlicher Heimat", und darin sind sich die drei einig.

Sie kennen sich seit fast 50 Jahren. In Kirchähr haben sie eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Laien und Priestern erlebt. "Es gehörte immer zum Geist des Hauses, Experimentierfreude und Freiheit des Christseins zu ermöglichen", berichtet Pfarrer Dieter Lippert weiter. "Kirchähr war ein Ort, neue liturgische und pädagogische Konzepte auszuprobieren", stimmt Bernd Schlösser ihm zu. "Kirchähr hat immer Impulse gegeben für die Jugendarbeit in den Pfarreien. Wir sind geprägt worden von dem Geist dieses Hauses, und das wollen wir weitergeben."

Und so gründeten sie gemeinsam mit weiteren Initiatoren anlässlich der Sanierung in Kirchähr einen Förderverein. Nachdem seit September 2011 auch die formale Gründung abgeschlossen ist, ist er selbstständig etabliert und als gemeinnützig anerkannt – in Kooperation mit dem Träger und der Leitung der Jugendbegegnungsstätte. Träger des Karlsheims ist das Bistum Limburg, zuständig das Dezernat Kinder, Jugend und Familie beim Bischöflichen Ordinariat in Limburg unter der Leitung von Dr. Beate Gilles.

Der Vorstand setzt sich zusammen aus Mitgliedern aus der gesamten Diözese: Bernd Schlösser, Hans Jung, Stefan Götz, Dr. Robert Graf, Pfarrer i.R. Dieter Lippert, Dr. Regine Beck-Niel und Stefanie Graf-Wiederstein. Mit Kopf, Herz, Geld und Hand wollen sie den Bestand der Jugendbildungsstätte sichern helfen, damit das Haus eine Perspektive hat und weiterhin für Generationen eine Tankstelle ist für die Kinder- und Jugendarbeit und für Familien.

Mitglieder werben

Als generationenübergreifende Initiative hat sich der Verein zum Ziel gemacht, die Jugendbegegnungsstätte zu unterstützen – ideell, materiell, personell und finanziell. Der Verein ist mit einer Internetseite unter http://www.foerderskarlsheim.de online. Auch einen Flyer gibt es und einen Rundbrief, mit dem der Verein um weitere Mitglieder wirbt.

"Wir hoffen, dass noch viele Generationen ebenso attraktive kirchliche Erfahrungen machen können – mit dieser Haltung und Offenheit – wie wir sie dort erlebt haben", so Hans Jung. "Deshalb setzen wir uns für das Karlsheim und den Geist, der uns dort geprägt hat, ein. Für diese Offenheit wollen wir stehen und Partner sein – für das Haus und für den Träger – im Sinne der Jugendhilfe."

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