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Luxus hinterm Fachwerk
Projektgesellschaft will in der Mountain Lodge sieben bis zehn Wohnungen unterbringen
Die Mountain Lodge ist nach vielen Jahren des Leerstands verkauft. Noch in diesem Jahr soll mit dem Umbau des Fachwerkhauses begonnen werden.
Oberursel. Eingeworfene Scheiben, verwitterte Holztüren, Moos auf den Treppen – 17 Jahre Dornröschenschlaf sind nicht spurlos an der Mountain Lodge im Camp King vorbeigegangen. Nun ist ein Käufer gefunden, der dem großen Fachwerkbau wieder Leben einhauchen will: Luxuriöse Wohnungen will die vor wenigen Wochen gegründete «Mountain Lodge Grundstücks-GmbH» (Gießen) im Haus unterbringen. Auch im Untergeschoss, das bis vor wenigen Monaten noch als Kulturraum für Veranstaltungen vorgesehen war.
Der Kaufvertrag wurde am vergangenen Freitag unterzeichnet, wie Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) am Dienstag informierte. Über den Preis, den die städtische Gesellschaft Sewo beim Verkauf der Immobilie erzielt hat, schwieg er sich aus. Der Betrag, der zuletzt von ihm genannt worden war – rund 560 000 Euro – könne nicht als Anhaltspunkt dienen, hieß es aus dem Rathaus. Dieser habe sich auf ein anderes Projekt für die Mountain Lodge mit einem separaten Grundstück für Parkplätze bezogen. Diese Fläche könnte nun extra vermarktet werden.
Klar ist auf jeden Fall: Der Kaufpreis für die Lodge wird deutlich unter dem liegen, was die fürs Projekt gegründete Gesellschaft in das Haus investieren muss. Geschäftsführer Oliver Kuhn sprach gestern von mehreren Millionen Euro.
Tipp vom Bruder
Sein Bruder Stefan Kuhn, der in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt, hatte den Gießener übrigens auf die leer stehende Mountain Lodge aufmerksam gemacht. Nach dem Beschluss der Brüder, das Projekt gemeinsam zu realisieren, ging offenbar alles sehr schnell. Vor etwa dreieinhalb Wochen knüpften sie den Kontakt zur Sewo, die für die Vermarktung der Immobilie zuständig war.
Das von Architekt und Mitgesellschafter Björn Trieschmann – der unter anderem beim Umbau des Neuen Theaters Höchst mitwirkte – entwickelte Konzept für die künftige Nutzung des Hauses überzeugte den Aufsichtsrat der städtischen Gesellschaft. Es führe die Architektursprache im Camp King – die Dialektik von Alt- und Neubauten – fort, so Sewo-Geschäftsführer Dr. Justus Förschner. Das sei das durchschlagendste Argument für das Konzept gewesen. Förschner stellte zugleich heraus, dass es «nicht das wirtschaftlichste Angebot» war, das jetzt den Zuschlag erhalten hat.
Große Wintergärten
Zum Konzept des neuen Eigentümers gehört es, den künftigen Wohnungen – sieben bis zehn – auf der Südseite große Wintergärten beziehungsweise Terrassen zu verpassen. Dafür wären Anbauten notwendig, die vom Landesamt für Denkmalpflege genehmigt werden müssten. Über dieses Thema wollen Kuhn und Trieschmann in dieser Woche ein Gespräch mit der Wiesbadener Behörde führen. Probleme dabei erwartet Brum nicht. Über einen modernen Anbau sei schon einmal nachgedacht worden, als die Stadt noch eine Kindertagesstätte in der Lodge unterbringen wollte, so der Rathauschef. Das sei damals kein K.-o.-Kriterium gewesen.
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