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Die Scheibe dreht sich für den guten Zweck
Am Wochenende fand eine abgespeckte Version des Töpfermarkts im Freilichtmuseum Hessenpark statt. Und dennoch war’s eine ganz wichtige Veranstaltung – vor allem für Kinder in Brasilien.
Von Frank Saltenberger
Neu-Anspach. ![]()
Thomas Benirschke zeigte den Kindern, wie man auf einer Zaubertöpferscheibe aus einem Klumpen Ton ein Gefäß zaubert. Einer musste die Scheibe allerdings in Schwung bringen, meistens war’s die Mama. Foto: SaltenbergerDie Hessen hatten am Wochenende wohl etwas Besseres zu tun, als den Hessenpark zu besuchen. Sie feierten auf dem Hessentag in Oberursel und hatten deshalb nicht so viel Sinn für Töpferkunst und Rahmenprogramm. Der Besuch war daher nicht vergleichbar mit den Töpfermärkten der Vergangenheit, aber das war zu erwarten, wie Pressesprecherin Viola Schultze bestätigte: "Der Hessentag lief ja noch, und das Wetter mag den ein oder anderen auch abgeschreckt haben", sagte sie.
Damit hatte man gerechnet und den Markt deshalb etwas kleiner ausgerichtet. Dennoch kamen 25 Aussteller und präsentierten ihre Waren. Wenn die Auswahl auch nicht so reichlich war, so war doch alles zu finden, was einen Töpfermarkt ausmacht. Gebrauchskeramik für die Küche oder den Esstisch, für den Garten oder den Balkon.
Viele fantasievolle Figuren beispielsweise, die vor allem die Kinder magisch anzogen. Wasserspeiende Tiere für den Springbrunnen oder feuerspeiende Drachen, denen brennende Dochte aus den Nasenlöchern lugten, gespeist von Lampenöl. Einen Grad heißer ging es an der Feldbrandstation zu. Dort wurde an beiden Tagen vorgeführt, wie früher die Tongefäße gebrannt wurden und wie es heute nur noch die Spezialisten beherrschen.
Lustiger Töpferclown
Wie das Gebrauchsgeschirr aus Ton bei den Kelten aussah, konnte ebenfalls am Objekt studiert werden, und wer Lust hatte, ein keltisches Stück in die heimische Vitrine zu stellen, der konnte die Nachproduktionen erwerben. Bauernkeramik, feines Designer-Geschirr oder Zierkeramik, alles war vertreten, und wie der Ton geformt wird, das zeigte Thomas Benirschke vor allem Kindern auf seiner Zaubertöpferscheibe. Noch lustiger betrieb Töpferclown Gulliver sein Handwerk, das viele Besucher unterhielt. Die Töpferei im Freilichtmuseum, die das ganze Jahr über offensteht, war ebenfalls ins Programm eingebunden.
Wer Appetit auf eine leckere Suppe hatte, der konnte sie an Ort und Stelle aus Tonschalen-Unikaten löffeln. Hessenpark-Töpferin Ursula Starke hatte die Idee, die einem guten Zweck diente, gehabt, und sie wurde mit Hilfe der evangelischen Kirchengemeinde Neu-Anspach auch umgesetzt. Die hatte feurige südamerikanische Bohnensuppe und eine Gemüsesuppe gekocht, und die wurden in handgetöpferten Tonsuppenschalen serviert. Diese hatten die Töpfer zur Verfügung gestellt, und wer die Suppe mit Schale kaufte, unterstützte damit gleichzeitig das Kinderhilfsprojekt "Caminhar Juntos" in Brasilien.


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