Keinen Präzedenzfall schaffen

Obernhainer Anwohner wollen eine Spielstraße haben, werden sie aber wohl nicht bekommen

Die Entscheidungen fällt der Bauausschuss am Mittwoch. Doch bereits am Samstag besichtigte er das Wohngebiet Triesfeld, den Eingang zum Feldbergblick und die Haltestelle an der Köpperner Straße, um sich ein Bild machen zu können, denn Bürger hatten sich beschwert.

Von Gerrit Mai

Wehrheim. Möglich, dass diese beiden Schilder am Eingang zum Wohngebiet Feldbergblick entfernt werden müssen. Fotos: Mai Es gibt Obernhainer "Ureinwohner", die fühlen sich als Bürger zweiter Wahl. Das wurde bei der Begehung des Ausschusses für Bau und Verkehr im Ortsteil am Samstagmittag ganz deutlich. Angeblich durften Ortsfremde im Außenbereich bauen, während dies den Bewohnern des Westerfelder Wegs, die in zweiter Reihe bauen wollten, versagt blieb, hieß es da.

Allerdings blieb unklar, ob der 1992 aufgestellte Bebauungsplan für das Gebiet Triesfeld einfach in der Schublade verschwunden war. Das vermuteten am Samstag zumindest die Betroffenen, die an der Begehung teilnahmen. Edwin Seng (SPD), seinerzeit als Erster Beigeordneter für Bauangelegenheiten zuständig, erinnerte sich, dass es damals mit den Anliegern keine Einigung gegeben habe. Darauf konterte der Grundstückseigentümer Rudi Klemt: "Mit uns hat niemand gesprochen." Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Paris (CDU) versicherte, dass es heute entweder einen B-Plan mit Einverständnis der Anwohner gibt oder gar keinen.

Für das Gremium ist auch klar, dass eine Bebauung nach dem Wehrheimer Modell erfolgen muss, auch wenn es bereits Wasser- und Stromanschlüsse gibt, und die Anlieger die Arbeiten für die Entwässerung selbst übernehmen wollten, wie sie versicherten. Das Wehrheimer Modell bedeutet, dass die Gemeinde die Grundstücke aufkauft, sie erschließt, und die früheren Eigentümer – oder andere Käufer – sie zu festen Preisen und festgelegten Bedingungen erwerben.

Für den Ortsbeirat, der mit einer solchen Abrundung des Ortsbildes einverstanden ist, erläuterte Ortsvorsteher Ernst Baum (CDU), ihm sei daran gelegen, Obernhainer Familien im Ort zu halten, indem ihre Kinder auf dem elterlichen Grundstück bauen können.

Der Ausschuss besichtigte aber noch eine weitere Stelle, die für Unruhe sorgt. Die Schilder "Durchfahrt für Lastwagen verboten" und "Achtung Kinder", die im Eingang zum Wohngebiet Feldbergblick stehen. Die Folge: Der Schwerverkehr sucht sich seinen Weg durch die umliegenden Straßen, berichtete eine Anliegerin des Westerfelder Wegs.

Spielstraße gefordert

Wie die Müllabfuhr angesichts dieses Verbots die Tonnen leert und wie Lastwagen trotz der Schilder zu ihren Baustellen kommen, konnte nicht geklärt werden. Dem Ausschuss liegt jetzt ein weiteres Schreiben von Feldbergblick-Bewohnern vor, die das gesamte Gebiet in eine Spielstraße, in der nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist, umgewandelt sehen möchten.

Obwohl alle Beschlüsse der Begehung erst in der Sitzung am Mittwoch gefasst werden, war für Uwe Buchmann (CDU) klar, dass mit einer solchen Regelung Präzedenzfälle geschaffen werden. "Diesen Anspruch hätte jede andere Straße auch", machte Wolfgang Schmitz (Grüne) deutlich.

Die Ausschuss-Mitglieder waren sich einig, dass es hier nur "Ziel- und Quellverkehr" gibt, es also an den Nachbarn selbst liegt, rücksichtsvoll zu fahren. Könnte sein, dass das Gremium beschließt, beide Schilder zu entfernen. Einen Hinweis auf spielende Kinder gibt es allerdings auch am Eingang zum Wohngebiet "In der Mark", wo das Gremium die Begehung fortsetzte. Möglich, dass auch dieses Schild die längste Zeit dort gestanden hat.

Ziel des Ausschusses war jedoch hauptsächlich die, wie bereits in der Taunus Zeitung berichtet, um 20 Meter hinter eine Verkehrsinsel verlegte Bushaltestelle in der Köpperner Straße. Joachim Odermatt, der zuständige Mitarbeiter der Ordnungsbehörde, hat – auch durch Rückmeldungen betroffener Bürger – festgestellt, dass sich die Neuerung positiv auswirkt und der hierher verlegte Geschwindigkeitsanzeiger das Überqueren der Straße für Schüler sicherer macht, da Autofahrer jetzt langsamer fahren. Wolfgang Paris erläuterte, dass diese Neuerung noch einige Zeit in der Probephase bleibt. Sollte sie den Alltagstest bestehen, werde die Umgebung der neuen Haltestelle noch gepflastert.

  • Zurück
  • Versenden
  • Kommentar
  • Druckansicht
    • Delicious
    • Mr. Wong
    • Linkarena
    • Google
    • Yigg
    • Oneview
    • Facebook
    • Facebook

Wetter in Bad Homburg vor der Höhe

Jetzt

heiter

23 °C

Morgen

Gewitter

11 °C | 24 °C

Übermorgen

sonnig

11 °C | 21 °C

Rhein-Main-Map

Taunus Zeitung

Klicken Sie aufs Bild, um über eine Karte zu Meldungen Ihrer Region zu gelangen.

Anzeige

Nachrichten-Archiv

April
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30
Mai
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031

Ihre Tageszeitung als PDF

Zum Thema

Das Abc des Christentums

Bereichern Sie Ihr Wissen über das Christentum - lernen Sie in unsere Serie alles über die Religion. Von A wie Abel bis Z wie Zölibat.

Das Islam-Abc

Bereichern Sie Ihr Wissen über die große Weltreligion - lesen Sie unsere Serie! Hier zum Herunterladen als PDF-Sammlung.

Meine Eintracht

In unserer Arena erzählen Prominente aus der Region von ihren persönlichen Erlebnissen mit der SGE. Die Serie "Meine Eintracht" gibt's natürlich auch online.

Der Taunus für Golfer

Sport und Naturerlebnis in einem: Im Hochtaunus bieten sich reichlich Möglichkeiten zum Golfen.

Taunus-Links

Was Taunusbewohner interessiert: Nützliches, Hilfreiches und Informatives - gefunden im Internet.

Gratis: Eintracht-Newsletter

Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Gratis. Und bequem per Mail.

Wichtige Adressen im Taunus

Betreuungen, Wellness-Angebote, Müttertreffs, Schlösser, Burgen und Museen, Handwerk, Wochenmärkte und mehr.

Laufen und Walken im Taunus

Tipps und Informationen rund ums Nordic Walking.

Kinofilme – wann und wo

Einfach hier abfragen.

FNP-Testabo bestellen

Lesen, was Sache ist: Das FNP-Probeabo! 14 Tage kostenlos.

Umfrage: Tempo 30 in der Nacht

Um die Lärmbelästigung für die Anwohner zu reduzieren, testet die Stadt Frankfurt ab Herbst ein Tempolimit von 30 Km/h auf den Hauptverkehrsstraßen. Was halten Sie davon?

Ihre Meinung

Rhein-Main-Wiki

Anzeige

Extras

Die FNP mobil lesen

Tausende lesen die FNP schon auf dem iPhone. Die neue Version der App ist noch umfangreicher und schneller. Es gibt sie im App-Store.

Wir bei Twitter

Folge uns unter twitter.com/fnp_zeitung. Ständig aktuelle Tweets zu Nachrichten aus der Wetterau und dem Main-Kinzig-Kreis.