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Mountainbiker gegen Wanderer
Ein Konflikt, in den nun endlich Bewegung kommt – Radler wählen Wege aus – Gespräche aller Beteiligten
Naherholungssuchende, Umwelt- und Naturschützer, Jagdpächter sowie Hessen Forst verfolgen im Taunuswald ganz unterschiedliche Interessen. Besonders heftig ist der Konflikt immer wieder zwischen Mountainbikern und Fußgängern. Doch nun kommen Lösungen in Sicht.
Hochtaunus. ![]()
So wie hier geht es häufig im Wald zu: Unterhalb des Victoria-Tempels in Kronberg muss eine Gruppe von Wanderern Mountainbikern Platz machen, die bergab in Richtung Waldschwimmbad rauschen. Foto: Pieren "Achtung!", tönt es laut hinter den Wanderern. Ein Blick über die Schultern genügt, und der rettende Sprung zur Seite bleibt die einzig richtige Entscheidung, denn von hinten rauscht eine Gruppe Mountainbiker heran.
Begegnungen dieser Art – wie jüngst auf einem Wanderpfad, der vom Altkönig über den Victoria-Tempel hinunter zum Bürgelstollen in Kronberg führt (Foto) – gehören an Wochenenden mittlerweile zum Alltag im Taunuswald. An schönen Herbsttagen sind vor allem im Vordertaunus viele Naherholungssuchende aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet unterwegs, und da fühlen sich besonders Wanderer von Mountainbikern und umgekehrt immer mal wieder gestört.
Das Problem ist bekannt. Besonders das wilde Biken auf Pfaden hat in den vergangenen Jahren nach Angaben von Naturpark-Geschäftsführer Uwe Hartmann eindeutig zugenommen. Nun scheint endlich ein wenig Bewegung in die Sache zu kommen. Wie Tilman Kluge, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, jüngst im TZ-Gespräch berichtete, seien die Mountainbiker aufgefordert worden, an einer Positivkartierung zu arbeiten, sprich sie tragen alle Wege ein, die fahrbar sind. "Wir haben als einziger Kreis den Bikern das gesamte Material dafür zur Verfügung gestellt", sagte Kluge. Es müsse dann geschaut werden, welche Strecken mit anderen Interessen und Nutzern in Einklang zu bringen sind.
Kreis-Sprecherin Pamela Ruppert wollte das Projekt nicht weiter kommentieren, deutete aber anstehende Gespräche aller Beteiligten an, die nach TZ-Informationen bereits für kommenden Montag erstmals angesetzt sind. Dabei soll auch das von den Bikern über die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) eingereichte Kartenmaterial mit den ausgewählten Wegen beurteilt werden (siehe Box).
Wie notwendig eine Lösung des Problems ist, zeigt auch die große Sorge, mit der man die Entwicklung in den vergangenen Jahren in den beiden Forstämtern in Königstein und Weilrod beobachtet hat. "Es gibt einen kleinen Kreis von Extremsportlern, die mit ihren Mountainbikes den Wald als Down-Hill-Parcours nutzen", sagt Thomas Götz vom Forstamt Weilrod. Der Großteil der Mountainbiker halte sich an das hessische Forstgesetz. Danach dürfen lediglich befestigte Waldwege befahren werden, nicht aber Schneisen für Baumfällarbeiten und Pfade. "Wir können schwer für jede Sportart gesonderte Bereiche im sensiblen Naturraum des Waldes ausweisen", sagt Götz. "Es muss weiterhin auch unberührte Erholungsräume für das Wild und die störungsempfindlichen Tierarten wie Wildkatze und Schwarzstorch geben."
Auch die Mountainbiker sind mit der Situation alles andere als zufrieden. Nachdem das Forstamt Königstein im Jahr 2009 einige Pfade jenseits der Hauptrouten für sie sperrte, kochte in der Szene Unmut auf. Die DIMB forderte von Landrat Ulrich Krebs (CDU), zeitnah Lösungen zu finden, um das Konfliktpotenzial im Wald zu reduzieren und trotzdem die Natur zu entlasten. Im Gegenzug wurden die Biker vom Hochtaunuskreis aufgefordert, ihre Streckenwünsche einzureichen, was sie nun getan haben. Bleibt für alle zu hoffen, dass die angekündigten Gespräche gut verlaufen. map


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