Aue auf den Weg gebracht

CDU-Fraktionschef Holger Heil blickt weit in die Geschichte des Steinbachs zurück

CDU, FDP und SPD stimmten dem Projekt Steinbachaue zu. Die Grünen votierten dagegen, weil die Legalisierung illegaler Kleingärten dem Stadtentwicklungsplan widerspreche.

Steinbach. Das Stadtparlament hat den Vorentwurf des Bebauungsplanes "Steinbachaue" mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP genehmigt und den Magistrat beauftragt, die weiteren Verfahrensschritte einzuleiten. Die Grünen stimmten gegen den Vorentwurf, "weil er nicht mit dem Stadtentwicklungsplan zu vereinbaren ist", wie Hadmut Lindenblatt sagte. Ihre Fraktion habe immer wieder angemahnt, dass illegale Gärten in den Außenbereichen verschwinden müssten, jetzt sollten sie über den Bebauungsplan Steinbachaue legalisiert, sollten die "Fremdkörper festgeschrieben werden".

Im Rahmenplan sei festgehalten, dass nur ein Teil der Kleingärten erhalten bleiben solle. Lindenblatt erinnerte daran, dass der Stadtentwicklungsplan vom Parlament einstimmig verabschiedet worden sei. Eine von Dr. Christian Albrecht beantragte Rücküberweisung der Vorlage in die Ausschüsse lehnte die Mehrheit ab.

CDU-Fraktionschef Holger Heil sprach von einem "Naherholungsgebiet von besonderer Güte und Qualität" und gönnte dem Parlament einen historischen Rückblick. Die Entwicklung des Dorfes Steinbach mit seinen 1800 Einwohnern in eine hochverdichtete Kleinstadt mit 10 000 Einwohnern habe auch beim Steinbach tiefe Spuren hinterlassen, sagte Heil.

In den 60er- und 70er-Jahren sei der Bach in Höhe des katholischen Kindergartens verrohrt und der Bachlauf begradigt worden. Als es als Folge von Versiegelungen nach starken Regenfällen zu Überflutungen von Wohnbereichen und auch am Pijnackerplatz gekommen sei, habe man die Rohre vergrößert. Auch sei der Bach auf Verlangen der Bürgerschaft von der Untergasse bis zur Wiesenau unter die Erde gebracht worden.

Heil: "Das Problem wurde in Steinbachs Süden verschoben, nach starkem Regen schießt noch immer das Wasser aus dem Rohrende in das alte Bachbett. Die Kleingärtner haben bis heute ihre Last, ihre Grundstücke gegen das Abtragen der Böschung zu schützen." In den 70er- Jahren habe die SPD die Ausweisung eines Kleingartengeländes entlang des Bachlaufs beschlossen. Gegen den Willen der CDU, die die Anlage eines kleinen Parkes bevorzugt hätte. Auch der Weiher sei in dieser Zeit entstanden.

Dass, wie von der FDP gefordert, der Weiher zugeschüttet werden sollte, sei von CDU und SPD verhindert worden, erinnerte Heil. Auch als ein Gutachten empfahl, das kleine Gewässer mit Erde aufzufüllen, weil es nicht in die Landschaft gehöre, habe abgewehrt werden können. Die Stadt solle nun die Möglichkeit nutzen, die 17 Hektar entlang des Steinbachs, naturnah auszubauen, schloss Heil.

Einen "hohen Erholungs- und Freizeitwert" versprach sich Bobbi Althaus (FDP) von einer auf der Fläche von 24 Fußballfeldern renaturierten Aue, die an die Regionalparkroute angebunden werden könne. Auf eine "ungeheure Aufwertung der Aue" freute sich SPD-Fraktionschef Jürgen Galinski.new

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