Darauf lässt sich bauen

Grundstein für Hochtaunus-Kliniken gelegt – Arbeit im Zwei-Schicht-Betrieb

Keine vier Monate nach dem Spatenstich feierten die Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg gestern Grundsteinlegung. Dabei herrschte allenthalben Euphorie bei den Beteiligten – den Kliniken, dem Kreis, den privaten Partnern und der Stadt. Den ein oder anderen Seitenhieb gab‘s aber doch.

Von Sabine Münstermann

Bad Homburg. Geschafft! Klinik-Geschäftsführerin Dr. Julia Hefty schließt die Kapsel mit einer Urkunde zur Grundsteinlegung, Zeitungen, Krankenhaus-Chronik, Organigramm und Münzen. Foto: jpInnerhalb von zwei Jahren werden die Hochtaunus-Kliniken in Bad Homburg an der Zeppelinstraße ihren Neubau errichtet haben. Wer bislang nicht glaubte, dass dieses Mammut-Projekt in dieser Zeit zu stemmen ist, der wurde gestern eines Besseren belehrt. Nicht einmal vier Monate nach dem Spatenstich wurde Grundsteinlegung gefeiert. Dabei ist das Projekt schlichtweg gigantisch: 60 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche sollen dort entstehen, Kosten: 140 Millionen Euro.

Die werden derzeit im Zwei-Schicht-Betrieb an sechs Tagen in der Woche "verbuddelt". Einer, der das alles im Blick hat, ist Karsten Valentin, leitender Baubeauftragter der Hochtaunus-Kliniken und quasi die Schnittstelle zwischen dem Klinikum und den privaten Partnern. Bekanntlich wird das Krankenhaus im "Public Private Partnership" (PPP) -Verfahren gebaut. Die Yolande Verwaltungsgesellschaft beziehungsweise in ihrem Auftrag die BAM Deutschland ist der private Partner des Hochtaunuskreises. Daneben gibt es die Hannover Leasing, die Landesbank Hessen-Thüringen und die Taunus-Sparkasse.

"Im Zeitplan"

Viele Beteiligte – da ist es gar nicht so einfach, alle Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen. Aber Klinik-Geschäftsführerin Dr. Julia Hefty betonte: "Wer glaubt, wir würden uns mit unseren PPP-Partnern die Köpfe einschlagen, der irrt. Und wenn, dann haben wir für so etwas unseren Herrn Valentin abgestellt. . . " Da konnte sich auch Valentin ein Lachen nicht verkneifen. Grund zur guten Laune hat er ohnehin, denn das Projekt liegt "im Zeitplan", wie Landrat und Klinik-Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Krebs (CDU) betonte.

Mit Blick auf die kalkulierten Bewegungen von 120 000 Kubikmetern Erde, 34 000 Kubikmetern Stahlbeton und 5000 Tonnen Stahl, die verbaut werden sollen, könnte man das durchaus anzweifeln. Wie soll das alles bis Herbst 2013, genauer gesagt bis zum 18. September, dem vereinbarten Endtermin, fertig werden? Valentin zeigte hinter sich auf die sechs an der Baustelle stehenden Kräne. "Der höchste ist 62 Meter hoch und in der Auslegung 70 Meter lang, damit kann man was schaffen", sagte er. Außerdem würden die durchschnittlich 100 bis 120 Bauarbeiter "fleißig arbeiten".

Parken ein Problem

Fleißig war auch die Stadt, die das Planungsrecht für das Areal besitzt und am Montag die abschließende Baugenehmigung erteilt hatte. Krebs und Hefty waren denn auch voll des Lobes für die "gute Zusammenarbeit mit der Stadt". Allerdings hatte es bekanntlich vorher kräftig im Gebälk geknirscht. Vor allem die Sache, dass die Homburger nachträglich noch ein Parkhaus gefordert hatten, hatte zwischenzeitlich für heftige Verstimmung gesorgt – und tut es ein bisschen noch immer. Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) blieb da aber gelassen und entgegnete, man habe sich vertraglich darauf geeinigt, 30 Prozent der Stellplätze unter die Erde zu bringen. "Und so wichtig es uns ist, dass hier die modernsten Kliniken hoffentlich in der ganzen Region entstehen, so sehr muss ich doch auch betonen, dass unsere Stadt auch Ansprüche an die städtebauliche Qualität hat." Im Klartext: "Wir wollen nicht, dass alle Blechkisten auf der grünen Wiese rund ums Krankenhaus parken." Man werde da aber eine Lösung finden.

Auf eine solche hofft der OB übrigens auch, was die Arbeiten des Landes an der "unsäglichen" Brücke über der Zeppelinstraße betrifft. "Erst, wenn das erledigt ist, können wir auch mit den Neuerungen der Straßenverkehrsführung zum neuen Krankenhaus beginnen", sagte Korwisi in Richtung Wiesbaden.

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