Eine Frage der Qualität

Fachausschuss debattiert über „Quartier Bahnhof“ – Anwohner befürchten Nachteile

Die Pläne für das Quartier am Bahnhof stoßen bei Bürgern auf großes Interesse, doch so mancher Anwohner bleibt skeptisch.

Von Boris Schöppner

Kronberg. Die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt im Lokschuppen war gut besucht. Foto: Jens PriedemuthÜber große Publikumsresonanz konnten sich am Dienstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt freuen: Der Andrang im Lokschuppen war so groß, dass die aufgereihten Stühle nicht für alle Interessierten ausreichten. Die Bürger wollten nicht nur hören, wie der Erste Stadtrat Jürgen Odszuck (parteilos), die Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt, Dr. Ute Knippenberger, und der Schweizer Investor Angelo Labate die Pläne vorstellen, sondern sie wollten auch ihre Fragen loswerden. Nach der ausführlichen Präsentation wuchs die Ungeduld beim Publikum. Als sich abzeichnete, dass die Bürger nicht sofort zu Wort kommen würden, sondern die Ausschusssitzung erst zu Ende geführt werden sollte, verließen einige den Sitzungsort. Wer etwas mehr Geduld bewies, wurde belohnt: Die Stadtverordneten fassten sich kurz, der Ausschussvorsitzende Max-Werner Kahl (CDU) schloss den offiziellen Teil der Sitzung zügig.

Einigen der Anwesenden erschien das Hotelgebäude auch nach der neuen Planung noch zu massiv oder zumindest zu hoch, andere störten sich an der geplanten Wohnbebauung, weil ihnen dort Reihenhäuser lieber wäre als Geschosswohnungsbau, und wieder andere hakten nach, was aus den vielen Stellplätzen werden soll, die es derzeit auf dem Bahnhofsgelände gibt.

Da es sich nicht um eine architektonische Endplanung handele, sondern um einen städtebaulichen Rahmenplan, wies Odszuck mehrfach auf übergeordnete Entwicklungen, Vorgaben und Überlegungen hin. So stellte er die Frage: "Ist es richtig, diese wichtigen Plätze für kostenloses Parken zu nutzen?" Odszuck warb für die Idee, die "P&R"-Parkplätze in Kronberg-Süd anzusiedeln, weil dort die Verkehrsanbindung wesentlich geeigneter sei als am Bahnhof.

Der Stadtrat betonte, dass in Kronberg neu über den Wohnungsbau nachgedacht werden müsse. Der Hintergrund: Zwischen 2000 und 2009 ist die Bevölkerung in der Burgstadt um 6,4 Prozent geschrumpft, während die meisten Kommunen in der Rhein-Main-Region einen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen haben. Zudem pendelten täglich mehr als 9000 Menschen nach Kronberg zur Arbeit. Darunter sei möglicherweise auch der eine oder andere, der gerne näher an seinem Arbeitsplatz wohnen würde.

Keine Reihenhäuser

Die vorgestellten Pläne sehen zwischen 42 und 50 Wohnungen auf dem Areal vor, das zwischen Ludwig-Sauer-Straße und den S-Bahn-Gleisen liegt. Odszuck hält die dreigeschossigen Wohnhäuser im Vergleich zu den früher geplanten Reihenhäusern für die urbanere und angemessenere Bauform.

Der Stadtrat warb dafür, Maßzahlen nicht zum Maß aller Dinge zu machen, sondern sich erst einmal mit "Qualitäten" und der Frage auseinanderzusetzen, was für die Umgebung gut oder schlecht ist. Der künftige Bahnhofsplatz brauche ein Hotel mit "angemessener Höhe" für die Raumbildung. Ob drei, vier oder fünf Stockwerke eine "gute Höhe" seien, werde sich erst bei der weiteren Planung herausstellen.

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