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Fahrgastverband nimmt sich den Bahnhof vor
Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge für das Konzept der Stadt
In der Diskussion um das Bahnhofskonzept hat sich jetzt der Fahrgastverband "Pro Bahn" zu Wort gemeldet. Grundsätzlich steht man den Umbau-Bestrebungen positiv gegenüber – sieht allerdings auch gravierende Mängel.
Von Harald Konopatzki
Friedrichsdorf. ![]()
Darüber, dass sich am Bahnhof etwas tun soll, herrscht Einigkeit. Nur über die konkreten Planungen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Foto: jr Der Bahnhof ist für die Stadt und ihre Bürger mehr ein Kreuz denn ein Drehkreuz. Seit Jahren schon gibt es Überlegungen, wie die Gleisanlagen, Bahnsteige und vor allem die Zugänge so umgebaut werden können. Zuletzt legte die Stadt im Oktober ein Konzept vor (wir berichteten). Jetzt hat sich der Fahrgastverband "Pro Bahn" mit eigenen Vorschlägen zu Wort gemeldet.
In den Augen des Interessenverbandes greift das städtische Konzept zu kurz. Die Verlegung des Busbahnhofs sowie der Rückbau der Gleise lösten die bestehenden Probleme nur zum Teil – und würden gleichzeitig neue Probleme schaffen.
Weitere Wege?
So sei der geplante Zugang zu den Gleisen künftig zwar barrierefrei und damit auch für gehbehinderte Menschen möglich. Dem gegenüber stünden jedoch verlängerte Wege. "Die sind für behinderte Personen zum Teil sehr beschwerlich", ist sich Wilfried Staub sicher. Der Bad Sodener ist stellvertretender Vorsitzender des Pro-Bahn-Regionalverbands Großraum Frankfurt und hat sich intensiv mit der Situation in Friedrichsdorf auseinandergesetzt.
Bis zu 100 Fahrgäste wechselten pro Ankunft von der einfahrenden S-Bahn auf die Regionalbahn nach Friedberg und umgekehrt. Ein Großteil der in Friedrichsdorf ankommenden Reisenden verlasse das Bahnhofsgelände in Richtung Innenstadt, beziehungsweise Busbahnhof. Wesentlich weniger Menschen ziehe es in Richtung Houiller Platz, Schäferborn und Park-and-Ride-Parkplatz. Besonders kritisch sieht der Fahrgastverband den von der Stadt favorisierten teilweisen Rückbau der Gleise. "Der Betrieb ist auf Basis der derzeitigen Fahrplan-Lage mit etwa 140 Zugbewegungen pro Werktag nur noch eingeschränkt möglich. Betriebsstörungen oder Verspätungen führen zukünftig zu gravierenden Problemen mit Folge-Verspätungen", ist sich Staub sicher und wagt darüber hinaus einen Blick in die weitere Zukunft. "Die städtische Vorlage schließt jegliche in der Diskussion befindliche künftige Fahrplanverdichtung der Taunusbahn aus." Auch eine Änderung auf der Regionalbahn-Linie 16 rücke so in weite Ferne. Weder sieht Staub die Möglichkeit, die S 5 nach Friedberg zu verlängern, noch die, die Strecke über die Züge der Regionaltangente West zu bedienen. "Langzüge der S 5 mit einer Länge von über 210 Metern können den Bahnhof dann schlicht nicht mehr anfahren." Durch die Wegnahme der nördlichen Weichen werde der Bahnhof außerdem jeglicher Flexibilität beraubt, Züge könnten nur noch eingeschränkt rangieren.
Auch die Verlegung des Busbahnhofs hinter den Alten Aquädukt hält "Pro Bahn" für keine gute Idee. Staub: "Der Busbahnhof sollte auf der Westseite bleiben und mit schräg angeordneten Haltestellen versehen werden. Dies ist wegen der kurzen Wege und dem Sichtkontakt auf den Bahnhof die bessere Lösung." Eine Verlegung würde in seinen Augen trotz der angedachten Aufgänge am Viadukt längere Wege bedeuten, was nicht der Empfehlung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen entspreche.
"Pro Bahn" belässt es nicht nur bei Kritik, sondern hat eigene Vorschläge erarbeitet. Die sind allerdings – so betont es auch der Fahrgastverband – als "prüfenswerter Alternativvorschlag" anzusehen, der "keinen Anspruch auf Durchführbarkeit im Detail erhebt".
Beidseitiger Ausstieg
So soll auf dem Grund des zurückzubauenden Gleises 403 ein zusätzlicher Bahnsteig gebaut werden, der eine ebenerdige Verbindung zwischen Bahnhofsgebäude und dem derzeitigen Mittel-Bahnsteig erlaubt. Die neue Gleis- und Bahnsteigkombination würde es ermöglichen, dass bei S-Bahnen der Ein- und Ausstieg künftig auf beiden Zugseiten möglich ist. Die Erreichbarkeit des möglichen neuen Busbahnhofes neben dem ehemaligen Empfangsgebäude würde sich dadurch auf wenige Meter verkürzen. Die Unterführung will der Fahrbahnverband als zusätzliche Querung beibehalten. Der vom Bahnhofsgebäude aus gesehen dritte Bahnsteig soll verlängert und über eine Rampe an das Alte Viadukt angeschlossen werden.


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