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Früher war mehr FDP
Liberale verlieren deutlich an Mitgliedern – Grüne Konkurrenz legt üppig zu
Aus dem Projekt 18 ist ein jämmerlicher 2-Prozent-Rest geworden. Auch bei den Mitgliederzahlen geht’s bei den Liberalen bergab – sogar im Taunus.
Von Gerrit Stolte
Hochtaunus. ![]()
Dr. Stefan Ruppert Was für ein Absturz: Binnen etwas mehr als zwei Jahren ist die FDP in der Wählergunst von 14,6 Prozent, die sie bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 erzielte, auf gerade einmal zwei Prozent abgesackt. Das zumindest prognostizieren die jüngsten Umfragen den Liberalen, sollten wieder Wahlen anstehen. Ein Negativtrend, der sich auch bei den Mitgliederzahlen bemerkbar macht. Rund 7,5 Prozent haben im vergangenen Jahr ihr Parteibuch zurückgegeben. Und auch im Taunus wird die Schar der Liberalen kleiner.
482 Mitglieder hatte die FPD zum Stichtag 31. Dezember 2011. Zum Jahresbeginn waren es noch 508 gewesen. Das ist zwar "nur" ein Rückgang von 5,1 Prozent, dennoch ist Kreisvorsitzender Dr. Stephan Ruppert unzufrieden. "28 Mitglieder weniger, da kann ich natürlich nicht zufrieden sein. Schließlich hatten wir in den vergangenen Jahren keinen Rückgang." Im Gegenteil: Als Ruppert als Parteichef begann, hatten die Liberalen im Taunus nur 350 Mitglieder.
Berliner Gründe
Die meisten Ex-Mitglieder würden ihren Austritt mit der Berliner Situation begründen, was Ruppert als Bundestagsabgeordneten natürlich besonders stört. "Außerdem gibt es in vielen Kreisverbänden auch interne Querelen, die bei einer Krise auf Bundesebene natürlich aufbrechen." Das sei im Taunus jedoch nicht der Fall. "Wir haben intern keinen Streit und sind uns über die Krise nicht in die Wolle gekommen", sagt Ruppert, der die einzelnen Ortsverbände in seinem Bereich als "stabil" bezeichnet. Daran habe auch der Einbruch bei der Kommunalwahl am 27. März nichts geändert.
Fast 20 Prozent minus
Dennoch gibt’s auch im Taunus überdurchschnittliche Einbußen: In Friedrichsdorf ging’s von 45 auf 40 zurück (minus 11 Prozent), in Schmitten waren’s gar fast 18 Prozent (von 28 auf 23). In der Kurstadt hielt sich der Rückgang mit 3,7 Prozent in Grenzen. Richtig gut sieht’s in Oberursel und Steinbach aus: Beide Ortsverbände haben netto jeweils zwei Mitglieder dazugewonnen. Insgesamt gab’s im Taunus 37 Austritte, 2 Wegzüge und 3 Todesfälle. Dem stehen 16 Neueintritte gegenüber.
Wer seine Mitgliedschaft kündigt, wird von der FPD natürlich angeschrieben. "Das bringt in der Regel keine Umstimmung", sagt Ruppert. Da scheint es wichtiger zu sein, die eigene Politik vorher in Rundschreiben oder in persönlichen Gesprächen zu erklären. Ruppert sieht auch darin einen Grund, warum der Rückgang im Taunus nicht ganz so dramatisch ist.
Wie es bei den anderen Parteien aussieht, lesen Sie in den unten stehenden Artikeln.


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