FWG überlässt das Feld CDU und Grünen

Nur zwei Kandidaten bei Landratswahl

Zwar können noch bis zum 17. November Bewerbungen eingereicht werden. Doch es sieht ganz danach aus, dass Landrat Ulrich Krebs nur einen Gegenkandidaten haben wird.

Von Nadine Klein

Hochtaunus. Landrat Ulrich Krebs wird sich wohl nur einem Gegenkandidaten stellen müssen. (Archivbild) Potenzielle Kandidaten, die bei der Landratswahl am 22. Januar antreten könnten, hätte die FWG. Das hatte Vorsitzende Karin Birk-Lemper bereits vor einigen Wochen betont. Dennoch wird die Wählergemeinschaft keinen stellen, sagt sie auf TZ-Anfrage. Dies sei nun nach Rücksprache auch mit den infrage kommenden Personen entschieden.

Damit dürfte es auf ein Rennen zwischen Amtsinhaber Ulrich Krebs (CDU) und Norman Dießner (Grüne) hinauslaufen, die ihren Hut gleichermaßen schon in den Ring geworfen haben. Denn bekanntlich werden sowohl FDP als auch der Koalitionspartner der Christdemokraten, die SPD, keinen Bewerber stellen. Die Linke voraussichtlich ebenfalls nicht: "Ich gehe nicht davon aus, dass wir einen Kandidaten haben werden", sagt der stellvertretende Parteivorsitzende Hermann Schaus. Genauso sieht es nach Auskunft des Vorsitzenden Kai Kretschmann bei der Piratenpartei aus.

Für Krebs und Dießner gilt es nun erst einmal, eine möglichst breite Mehrheit bei ihren jeweiligen Nominierungsparteitagen in der kommenden Woche zu erreichen. Der CDU-Kreisvorstand hat sich bereits einstimmig dafür ausgesprochen, Krebs wieder vorzuschlagen. Beim Parteitag am Samstag, 17. September, in Oberstedten ist daher nicht mit Überraschungen zu rechnen. Krebs selbst geht davon aus, dass die Entscheidung mit "großer Geschlossenheit" fällt.

Die Grünen wollen bereits am Donnerstag nächster Woche ihren Kandidaten nominieren. Bei der Kreismitgliederversammlung im Forum Friedrichsdorf ist dies der zentrale Punkt auf der Tagesordnung. Dießner hatte sich Anfang August offiziell als Bewerber ins Spiel gebracht, ein parteiinterner Gegenkandidat ist nicht bekannt, wie Kreis-Geschäftsführerin Christina Herr gestern bestätigte.

Wie gut Dießner im Januar abschneiden wird, hängt auch davon ab, inwieweit er Unterstützung von anderen Parteien erfährt. Doch es dürfte schwierig werden, entsprechende Empfehlungen zu bekommen, auch wenn sich die Parteien derzeit offiziell noch nicht festlegen wollen.

Der SPD ist es durch den Koalitionsvertrag "verboten", Kandidaten außerhalb der Koalition zu unterstützen. Doch ob sie eine Empfehlung für Krebs aussprechen wird, ist laut Partei- und Fraktionschef Dr. Stephan Wetzel noch nicht abschließend geklärt. "Der Koalitionspartner ist noch nicht auf uns zugekommen." Daher habe seine Partei auch noch keinen Handlungsbedarf gesehen.

FDP und FWG beraten noch

Auch der frühere Koalitionspartner der CDU, die FDP, will noch über eine Wahlempfehlung beraten, wie Parteichef Dr. Stefan Ruppert sagt. Voraussichtlich werde in der Vorstandssitzung Anfang Oktober eine Entscheidung getroffen. Bei den traditionell CDU-nahen Liberalen dürfte es jedoch nur um die Frage gehen, ob sie Krebs unterstützen oder sich neutral verhalten.

Die FWG will das Thema bei einer Mitgliederversammlung voraussichtlich nach den Herbstferien diskutieren, sagt Karin Birk-Lemper. Es gelte, die Ziele und Vorstellungen beider Kandidaten zu prüfen. Die FWG sei "nicht unzufrieden" mit dem Landrat. Doch seit der Kommunalwahl seien die Verhältnisse eben auch ein bisschen verändert: "Der Kandidat, der antritt, muss auch klarmachen, dass er die Zügel in der Hand hält", sagt sie und spielt damit auf den starken Mann der CDU, Parteichef Jürgen Banzer, an. Er sitzt bekanntlich seit der Wahl im Kreistag und hat auch bereits seinen Anspruch kundgetan, Manfred Gönsch (SPD) als Kreistagsvorsitzenden zu beerben, der Ende 2013 mit der Übernahme des Kreisbeigeordneten-Posten durch seine Partei den Parlamentsvorsitz an die CDU zurückgibt.

Für Krebs wird es daher in den kommenden Wochen wichtig sein, sein Profil zu schärfen und die Machtverhältnisse in seiner Partei zu klären. Er selbst betont, er wolle in den Mittelpunkt stellen, dass es sich um eine Persönlichkeitswahl handelt. "Ich werde entsprechend breit werben." Und: "Ich gehe davon aus, dass die Koalition ein Interesse daran hat, dass wir zu einem guten Ergebnis kommen."

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