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Gut gemeint, aber völlig überflüssig
Polizei und Ordnungsamt nehmen Verkehrsschilder unter die Lupe
Rund 30 Schilder hat die Polizei bei einer Ortsbegehung beanstandet. Viele davon sind unnütz.
Von Heinz Habermehl
Friedrichsdorf. ![]()
Das Tempo-30-Schild am Ortseingang von Burgholzhausen hält die Polizei für ungerechtfertigt. Viel Verkehr bedeutet nicht unbedingt, dass auch viele Schilder gebraucht werden. Das dachten offenbar die Stadtverordneten, als sie der Stadtverwaltung den Auftrag erteilten, die Friedrichsdorfer Verkehrszeichen zu überprüfen und nach Möglichkeit zu reduzieren. Und die Sache hat sich gelohnt. In drei Stunden Begehung gab es rund 30 Beanstandungen.
Der Leiter des Ordnungsamtes Manfred Sommer und dessen Stellvertreter Andreas Höhn hatten zu der Begehung eingeladen. Da es jedoch nicht nur um die innerstädtischen Verkehrswege ging, sondern auch um Kreisstraßen, nahm auch der Leiter der Straßenverkehrsbehörde des Hochtaunuskreises, Bernd Gebauer, teilt. Als Verkehrsexperte und gesetzeskundiger Fachmann fungierte der Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes, Polizeihauptkommissar Peter Schubert, von der Polizeidirektion Bad Homburg. Und der sagte angesichts des in der Stadt gewachsenen Schilderwaldes immer wieder: "Gut gemeint aber völlig überflüssig".
Getroffen hatten sich die Fachleute vor dem neuen Kreisel am Tulpenweg gegenüber dem Toom-Baumarkt. Auch zwei Friedrichsdorfer Bürger waren gekommen. Einige Schilder ragten zu weit in den Fahrradweg monierte Stefan Daniel, der mit seinem Tourenrad erschienen war. Die Stadt werde an möglichen Gefahrenstellen reflektierende weiß-rote Bänder anbringen, versprach Sommer.
Zu den von Schubert beanstandeten Schildern gehörte unter anderem direkt am Tulpenweg-Kreisel ein Verkehrszeichen, das Lastern die Einfahrt in den Schäferborn verbietet. Während früher ein solches Schild den Lkw-Verkehr ab 7,5 Tonnen ausschloss, gilt dieses Zeichen jetzt schon ab 3,5 Tonnen. "Will man auch diesen Zulieferfahrzeugen die Zufahrt verbieten?", fragte Schubert zweifelnd.
Unübersichtlich
Dann waren da noch in zu kurzen Abständen aufgestellte Verkehrszeichen, deren Einhaltung gar keinen Sinn mache. Etwa auf der Umgehungsstraße im Bereich Burgholzhausen. Wo sei denn da eine Logik, die Geschwindigkeit von 70 auf 80 Kilometer pro Stunde heraufzusetzen, um sie kurz danach wieder zu reduzieren, fragt Schubert. Auch ein Überholverbots-Schild an einer unübersichtlichen Strecke sieht der Polizeihauptkommissar als überflüssig an. Denn dort zu überholen verbiete schon die Straßenverkehrsordnung, da brauche man kein zusätzliches Schild mehr, und erst recht nicht, wenn die Fahrbahn durch eine durchgezogene Linie gekennzeichnet sei.
Das Ortseingangsschild Burgholzhausens, das die Autofahrer begrüßt, die aus Richtung Färberstraße kommen, stehe falsch: Es sei viel zu weit vom Ortsanfang entfernt, sagte er. Das passe nicht mit der Straßenverkehrsordnung zusammen. Noch weniger verstehen konnte er aber, dass kurz hinter diesem Schild die zulässige Geschwindigkeit statt der üblichen 50 Kilometer pro Stunde auf Tempo 30 reduziert worden sei. "Wenn dort jemand mit etwa 50 Kilometer pro Stunde geblitzt wird, verliert er seinen Führerschein für vier Wochen, das kann ihn die Existenz kosten", sagt er. Das sei aber politisch so gewollt, erklärte Sommer.
Es gab aber auch Probleme, die relativ einfach zu lösen sind: Wenn zum Beispiel ein Ast ein Stopp-Schild verdeckt – oder im Bereich Aldi der Hinweis auf eine Ampel das dahinter befindliche Haltezeichen kaum erkennen lässt. Auch die Blinkanlage in Höhe Aldi, die auf die Ampel an der Kreuzung zur Toom-Einfahrt hinweist, findet der Polizeihauptkommissar überflüssig.
Welche Schilder weg sollen und wo verkehrsrechtliche Änderungen nötig sind, wissen die Stadt- und Kreisbediensteten jetzt. Die Umsetzung liegt nun in deren Händen.


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