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IGS-Wunsch: "Profiliert" zum Abitur
Stierstadts Gesamtschule beantragt fachübergreifende Oberstufe ab dem Schuljahr 2014/2015
Die Hochschulreife in der IGS Stierstadt anbieten, das wünschen sich Lehrer, Eltern und Schüler der Gesamtschule.
Von Michael Neumann
Oberursel. Die Idee kam von der Elternschaft, und sie stieß bei Pädagogen und Schülern gleichermaßen und fruchtbaren Boden: In der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS) soll es wieder die Möglichkeit geben, das Abitur zu machen. Das gab es schon einmal in den Jahren 1972 bis 1992, als das Gymnasium Oberursel eine Dependance an der IGS unterhielt. Einer der Schüler, die in dieser Zeit an der IGS die Hochschulreife erlangten, war Lehrer Peter Biersack, der jetzt als Projektleiter die Oberstufe an die IGS zurückholen will und das Konzept fürs IGS-Abi mit acht Kollegen in ungezählten Stunden erarbeitete.
Es ist nicht die "übliche" gymnasiale Oberstufe, die in Stierstadt angeboten werden soll. Was Eltern, Schulkollegium und Schüler anstreben, ist eine "fachübergreifende gymnasiale Profiloberstufe". "Wir greifen hier die im Hessischen Schulgesetz eingeräumte Möglichkeit auf, in der Oberstufe Fächerverbünde (Profile) anzubieten", sagt Schulleiter Walter Breinl. Das ermögliche ein "maßgeschneidertes Abitur, keines von der Stange.
Teamfähigkeit stärken
Durch die thematischen Schwerpunktsetzungen in den Profilklassen könnten die Pädagogen die Schüler gezielt und am Profil orientiert fächerübergreifend begleiten. Die Förderung der besonderen Stärken eines jeden Einzelnen sei möglich, so Breinl. Regelmäßiges Arbeiten in Gruppen solle dem Ausbau der Teamfähigkeit dienen.
Um auch über den schulischen Tellerrand hinausschauen zu können, will die IGS mit Partnern in der Region zusammenarbeiten. Bereitschaft zeigten bereits die Taunus Sparkasse, das Max-Planck-Institut, die Goethe-Universität und die Deutsche Bahn, wie Biersack berichtete. "Es kann sein, dass wir die Firmen besuchen oder Firmenvertreter in die IGS einladen und gemeinsame Projekte gestalten", so Breinl.
Angeboten werden in den Klassen 12 und 13 vier Profile. Das sind "Ökopoly" mit den Profilfächern Biologie, Politik und Wirtschaft sowie Chemie, ferner "De.e.p." mit den Fächern Englisch, Politik und Wirtschaft sowie Deutsch, dann "DSB" mit den Profilfächern Biologie, Deutsch und Sport und schließlich "Einfach KULTig" mit den Profilfächern Englisch, Geschichte und Kunst.
Der Qualifikationsphase zum Abitur (früher Klasse 12 und 13) geht eine einjährige Einführungsphase voraus, die den Schülern die Gelegenheit bietet, sich zu orientieren und gemeinsam mit Eltern und Pädagogen die eigenen Stärken zu erkennen, um dann für sich das geeignete Profil auszuwählen. Voraussetzung für die Erlangung des Abiturs ist die Zulassung zur Oberstufe nach der 10. Klasse.
Das IGS-Konzept orientiert sich unter anderem an der Max-Brauer-Schule in Hamburg und der IGS Franzsches Feld in Braunschweig, die beide bereits den Schulpreis der Robert-Bosch-Stiftung erhielten. In Hessen wird die gymnasiale ProfilOberstufe bisher nur an einer Schule in Rodgau angeboten.
Um die Rückkehr der Oberstufe an die IGS zu realisieren, muss die Schulgemeinschaft noch einige Hürden überspringen. Einmütig haben die Schulgremien jedenfalls beschlossen, den Antrag auf Einrichtung einer "Fachübergreifenden gymnasialen Oberstufe" ab dem Schuljahr 2014/2015 beim Hochtaunuskreis und beim Kultusministerium zu stellen.
Entscheidung im Frühjahr
Im Frühjahr 2012 entscheidet der Kreistag über den Schulentwicklungsplan für die folgenden sechs Jahre. Ein erstes Vorgespräch im Landratsamt gab es bereits, und Vertreter des Elternbeirats und der Schule erfuhren von Landrat Ulrich Krebs (CDU), dass mindestens 80 Schüler die Oberstufe besuchen müssten.
Zurzeit seien es aber nur etwa 50 Schüler aus den derzeitigen 8. Klassen, die fürs IGS-Abi in Frage kämen, so Peter Biersack. Die Schule hoffe aber, dass sich einige Schülerinnen und Schüler der Erich-Kästner-Schule in Oberursel, der Gesamtschule am Gluckenstein und der Maria-Ward-Schule, beide in Bad Homburg, und der Friedrich-Stoltze-Schule in Königstein vom Konzept der IGS überzeugen lassen und ihr Abi in Stierstadt bauen. Es sei höchste Zeit, in schulischen Dingen umzudenken, sagte der Elternbeiratsvorsitzende Stephan Jung. Wichtig sei, dass sich die Schüler in der Schule gut aufgehoben fühlten, und dass sie lernten, im Team zu arbeiten
Konzept im Ortsbeirat
Das Konzept soll übrigens am kommenden Montag in der Sitzung des Ortsbeirates Stierstadt vorgestellt werden. Sie beginnt um 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.
Die Schule selbst wird am kommenden Mittwoch von 19 Uhr an im Forum der IGS über die Profiloberstufe informieren.


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