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Kilp führt die Liberalen an
FDP Mitgliederversammlung: Neuer Vorstand gewählt, Haindl-Mehlhorn bleibt Fraktionschefin
Frischer Wind in der FDP Friedrichsdorf: Der Vorstand ist komplett neu gewählt worden.
Von Olivera Gligoric-Fürer
Friedrichsdorf. ![]()
Starke FDP-Mannschaft (von links): Dr. Christa Wittern, Evelyn Haindl-Mehlhorn, Rolf-Dieter Euler, Ruth Hübner-Gerling, Catherina Arlt, Jens Spiecker, Sabine Gierse, Jochen Kilp und Dr. Stefan Ruppert. Foto: ogf Nach der Austrittswelle aus dem FDP-Ortsverband Friedrichsdorf von vor zwei Jahren, sei die Mitgliederzahl wieder stabil, sagte die Vorsitzende Evelyn Haindl-Mehlhorn am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung der Liberalen im Forum Friedrichsdorf. Schatzmeister Günter Imfang lieferte dazu die aktuellen Zahlen: 40 Mitglieder zähle der FDP-Ortsverband derzeit.
Der Vorstand wurde neu gewählt: Jochen Kilp übernimmt künftig den Vorsitz des FDP-Ortsverbands Friedrichsdorf und wird von Sabine Gierse und Guido Barthels vertreten. Catherina Arlt ist ins Amt der Schatzmeisterin gewählt worden. Dr. Christa Wittern ist Europabeauftragte. Beisitzer sind Rolf-Dieter Euler, Henning Stegmayer, Ruth Hübner-Gerling, Günter Imfang, Hanno Steingrube und Jens Spiecker. Haindl-Mehlhorn bleibt der Friedrichsdorfer FDP weiterhin erhalten, da sie Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament ist.
Und die Mitglieder blicken nach vorn und lassen sich ihre Zuversicht nicht nehmen, auch wenn "die Stimmungslage geprägt ist durch die Berliner Performance", wie Haindl-Mehlhorn einräumte. Dennoch lobte die scheidende Vorsitzende, die auch Fraktionsvorsitzende der Friedrichsdorfer FDP ist, den Erfolg des vergangenen Jahres, insbesondere den "Wechsel von der Opposition zur Koalition". Ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Ruppert, Gast des Abends, erinnerte Haindl-Mehlhorn an die liberalen Werte, die heute von größerer Bedeutung denn je seien. "Zwei neue Mitglieder sind wegen der liberalen Werte dem FDP-Ortsverband beigetreten", betonte die Vorsitzende.
Ruppert kritisierte, dass "sich die FDP zu stark um sich selbst kümmert". Energien flössen nach innen und gingen dabei verloren. Die "Lautsprecherei" sei nicht mehr gefragt, so Ruppert weiter, auch Guido Westerwelle sei ruhiger geworden. Bevorzugt solle sich die FDP mehr auf identitätsstiftende Themen konzentrieren, hob Ruppert hervor.
Hohe Ansprüche
In dem Koalitionspapier, trug Haindl-Mehlhorn schließlich weiter vor, seien die wichtigen FDP-Positionen genannt. Die Kinder- und Jugendarbeit sowie die Wirtschaftsförderung seien unter anderem ihre Themen. So fordert die Friedrichsdorfer FDP zum Beispiel ein zentrales Kinder- und Jugendhaus sowie ein Jugendparlament. Außerdem soll an Plantation und Petterweiler Holzweg ein "Mehr-Generationen-Quartier" entstehen, in dem sich Menschen jeden Alters und jeder Nationalität wohlfühlen können. "Wir stellen aber auch hohe Ansprüche an die Architektur", betonte sie.
"Das Highlight des vergangenen Jahres war die Veranstaltung ,Demographischer Wandel‘", fuhr die Vorsitzende fort und unterstrich die Bedeutung des Themas für das künftige Friedrichsdorf. Zudem erwähnte sie, dass die hiesige FDP sich lange "vor der Energiewende" um alternative Energiekonzepte bemüht habe – entgegen dem allgemeinen FDP-Trend.
Ruppert nämlich kritisierte den schnellen Atomausstieg, weil, wie er sagte, "die Windräder und die Solarenergie nicht ausreichen, um den Energiebedarf zu decken". Daher, so forderte er, solle man sich "nicht vom Zeitgeist anstecken lassen", sondern die Stromnetze sowie die Kohle- und Gaswerke entsprechend ausbauen. "Wir sind eine Industrienation", appellierte er.
Säge, Handbohrer und Hammer gab es schließlich für den scheidenden Vorstand als Abschiedsgeschenk vom neuen Vorsitzenden: Haindl-Mehlhorn bekam den Bohrer, weil sie sich durch so manch hartes Holz bohren müsse, Hübner-Gerling solle alte Zöpfe abschneiden und Stegmayer müsse mit dem Hammer ab und an mal auf den Tisch hauen. Für die Defensive bekamen die Mitglieder je einen gelben Helm – auf dem nur noch der blaue Schriftzug fehlte.


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