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Kogon-Preis für Václav Havel
Kurstadt würdigt am 2. März die Verdienste des im Dezember 2011 verstorbenen tschechischen Staatspräsidenten
Der Königsteiner Eugen-Kogon-Preis geht an den vor wenigen Wochen verstorbenen früheren tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel. Die Kurstadt würdigt damit den Bürgerrechtler und Streiter für die Demokratie, der er zu Lebzeiten war. Der Festakt zu Ehren Havels findet am 2. März um 19 Uhr statt – hinter dem Veranstaltungsort steht allerdings noch ein Fragezeichen.
Von Stefan Jung
Königstein. ![]()
Mit einem Festakt zur Verleihung des Eugen-Kogon-Preises am 2. März würdigt die Stadt Königstein die Verdienste um die Demokratie, die sich der am 18. Dezember 2011 verstorbene frühere tschechische Staatspräsident und Bürgerrechtler erworben hat. Nein, es wird keine postume Verleihung im eigentlichen Sinne. Darauf wies Königsteins ehemaliger Stadtverordnetenvorsteher, Alexander Freiherr von Bethmann (FDP), gestern bei der Vorstellung des Kogon-Preisträgers ausdrücklich hin. Zwar sei es sehr bedauerlich, dass der verdiente Bürgerrechtler und Politiker die Übergabe des Preises nicht mehr erleben werde. Die Entscheidung, dass er der Preisträger werde, sei dem zuletzt schwerkranken Havel jedoch schon sehr viel früher mitgeteilt worden. Und Havel habe die Auszeichnung gerne angenommen.
Deshalb auch sah das Kuratorium letztlich keinen Grund, von der bereits im Herbst 2010 getroffenen Entscheidung abzurücken. Weder als feststand, dass der Preisträger ob seiner angegriffenen Gesundheit nicht zum Festakt nach Königstein kommen würde, noch nach der Nachricht vom Tod Havels am 18. Dezember 2011.
Zwar wurde eine für den 19. Dezember angesetzte Pressekonferenz, in der Havels Name eigentlich bekannt gegeben werden sollte, noch einmal zurückgezogen. Eine nochmalige Beratung im Kuratorium jedoch bestätigte den bereits getroffenen Beschluss einmütig: Václav Havel war, ist und bleibt Kogon-Preis-träger.
"Wir sind einhellig der Meinung, dass die Würdigung des Lebenswerkes und der Respekt vor dem Mann das Festhalten an unserer Entscheidung auf jeden Fall rechtfertigen", unterstrich gestern Robert Rohr (ALK), der mit dem Amt des Stadtverordnetenvorstehers nunmehr auch die Führung des Kuratoriums übernommen hat.
Havel, so Rohr, sei zu Lebzeiten wie der Königsteiner Eugen Kogon ein Vorkämpfer für Demokratie und gegen Diktatur gewesen, der sich auch durch persönliche Verfolgung und Unterdrückung nicht habe brechen lassen. Indem man ihm den Kogon-Preis angetragen habe, habe das Kuratorium bewusst nicht nur den Staatsmann ehren wollen, der sich für die deutsch-tschechische Aussöhnung starkgemacht habe, sondern vor allem auch den Bürgerrechtler, Schriftsteller und Regimekritiker, der gegen das kommunistische System in seinem Land aufbegehrt habe. Rohr: "Havel war ein aufrechter Demokrat und Bürger, der gesagt hat, ich lasse mir das nicht mehr gefallen, und für seine Überzeugung auch ins Gefängnis ging."
Diese und weitere Stationen eines bewegten und bewegenden Lebens wird beim Festakt am 2. März ein Mann nachzeichnen, der mit Václav Havel persönlich und politisch viele Berührungspunkte hatte. Hans-Dietrich Genscher (FDP), langjähriger deutscher Außenminister, wird am 2. März nach Königstein kommen und als Laudator die Verdienste seines Weggefährten würdigen. Den Preis stellvertretend entgegennehmen wird an diesem Abend der tschechische Botschafter, Dr. Rudolf Jindrák.
Noch nicht letztgültig entschieden ist allerdings, wo der Festakt stattfinden wird. Hatte es bislang so ausgesehen, dass die Verleihung des Kogon-Preises die erste offizielle Veranstaltung im großen Saal des dann sanierten Hauses der Begegnung (HdB) sein würde, so hat sich diese Aussicht jetzt wieder eingetrübt. "Gegenwärtig können wir nicht genau sagen, ob es rechtzeitig fertig wird, ob wir die Bauabnahme am 24. Februar, am 2. März oder auch erst am 16. März bekommen", konstatierte Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) gestern. Zwar werde dort fleißig gearbeitet und es seien auch täglich Fortschritte zu erkennen. Da seien aber eben auch kleinere Rückschläge, die eine genaue Termin-Nennung erschwerten.
KTC ist Nummer sicher
Um für die Kogon-Preis-Verleihung auf Nummer sicher zu gehen, habe man sich deshalb für den 2. März im KTC eingebucht. Der Königsteiner Rathauschef will jedoch die Hoffnung, doch noch ins Haus der Begegnung zu wechseln, nicht ganz fahren lassen. Helm: "Ich bin eigentlich immer optimistisch. In zwei Wochen wissen wir Genaueres und dann werden wir auch den Veranstaltungsort mitteilen."
Neben geladenen Gästen sollen – ob im KTC oder HdB – auf jeden Fall auch wieder Bürger der Stadt die Möglichkeit bekommen, am Festakt teilzunehmen. Eine Anmeldeliste für Interessierte soll in den nächsten Tagen bei der Kur- und Stadtinformation ausgelegt werden.


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